Telekom denkt über DSL-Drosselung nach

Franziska Huebscher

Was bei Mobilfunktarifen üblich ist, plant die Telekom jetzt offenbar auch für DSL-Anschlüsse: Ist ein gewisses Datenvolumen verbraucht, soll die Geschwindigkeit zum Surfen reduziert werden. Diese Änderung könnte bereits im Mai 2013 eingeführt werden.

Wer viel herunterlädt, soll in Zukunft mit einer Speed-Bremse rechnen müssen. Ab einem bestimmten Datenvolumen will die Telekom die Geschwindigkeit des DSL-Anschlusses drosseln. Die Pläne des Konzerns gelangten durch einen anonymen Mitarbeiter an die Öffentlichkeit.

Speed-Bremse für Viel-Downloader

Die Neuigkeit wurde im Technikblog Fanboys erstmals publik gemacht. In dem Eintrag heißt es: „Es scheint Pläne zu geben, zum 02.05. 2013 für die DSL-, VDSL- und Fiber -Tarife eine einheitliche Drosselung (im Telekom-Deutsch „Brandbreitensteuerung) einzuführen“. Das bedeutet, dass das High-Speed-Internet, nachdem ein bestimmtes Datenvolumen verbraucht ist, gebremst wird. Mit einer normalen DSL-Leitung surft man bis zu 16MBits pro Sekunde schnell. Wer das Inklusiv-Volumen überschreitet, wird auf 0,375 Mbits/s gedrosselt.

Entertain vermutlich ohne Drosselung

Von der Änderung sollen nur Neukunden betroffen sein. Für Bestandskunden ändert sich zunächst nichts. Wer einen Vertrag mit dem „Call & Surf mit DSL“-Tarif abschließt, dem sollen 75 Gigabyte Datenvolumen zur Verfügung stehen, bevor die Geschwindigkeit gebremst wird. Diese Menge könnte für User, die viele Filme herunterladen und Cloud-Speicher intensiv nutzen, eng werden. Für sehr große Datenmengen stehen Kunden die VDSL- und Fiber-Tarife zur Verfügung, bei denen die Datenbremse erst nach 200 und 400 Gigabyte aktiv wird.

Experten gehen davon aus, dass das IPTV-Angebot Entertain von der Drosselung nicht betroffen sein wird. Ein Kontingent von 75 Gigabyte wäre bei hochauflösenden Sendungen zu schnell aufgebraucht. Eine offizielle Stellungnahme der Telekom gibt es bislang aber noch nicht.

Reaktion der Telekom

Auf die Mutmaßungen reagierte die Deutsche Telekom mit einem Eintrag in ihrem Blog. Darin wird bestätigt, dass es Überlegungen zur Drosselung von DSL-Anschlüssen gibt.  Genaue Pläne gebe es aber nicht. Der Konzern schreibt: „Bisher gibt es keine neuen Tarife. Wenn sich daran etwas ändert, werden wird darüber informieren.“

Ein DSL Vergleich zeigt, dass die Methode der Geschwindigkeitsdrosselung gar nicht so neu ist. Der DSL-Anbieter Kabel-Deutschland hat bereits im vergangen Jahr seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen geändert und eine mögliche Bandbreitendrosselung eingeführt. Auch in bereits bestehenden Telekom-Verträgen sollen ähnliche Fußnoten enthalten sein, die dem Konzern einräumen, bei extrem hohem Datenverbrauch die Surfgeschwindigkeit zu reduzieren. Bislang wurde davon jedoch kein Gebrauch gemacht.

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