The Walking Dead: Der preisgekrönte Zombie-Comic als TV-Serie - Infos, Specials und Trailer

Tobias Heidemann
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Wie viele Stunden hat ein Tag, wenn man nicht die Hälfte davon vor dem Fernseher verbringt? Das fragt sich Robert Kirkman, Autor des zivilisationskritischen Zombie-Comics The Walking Dead. Nun hat sich der amerikanische Pay-TV-Sender AMC daran gemacht, uns die verlorenen Stunden vor der Glotze zu versüßen. Die sehr lesenswerte Horror-Soap wird als groß angelegte Fernsehserie von Frank Darabont verfilmt. Das klingt vielverprechend. Wir haben alle Infos, den Trailer und einen tollen Motion-Comic zum ersten Band.

Walking Dead – der Comic: Die Untoten sind wir

In einer Welt, die von Toten regiert wird, sind die Menschen gezwungen, endlich mit dem Leben zu beginnen. Das glaubt zumindest Robert Kirkman. In seiner ungewöhnlichen Zombie-Erzählung (erschienen bei Image Comics) stehen deshalb auch nicht so sehr die Untoten im Mittelpunkt, sondern vielmehr die Überlebenden der Apokalypse.

Das Buch erzählt die Geschichte von Rick Grimes, einem amerikanischen Kleinstadtpolizist, der nach einer Schussverletzung in einem verlassenen Krankenhaus aus dem Koma erwacht und feststellen muss, dass die Welt untergegangen ist. Eine Epidemie hat die Toten zu seelenlosen Menschenfressern gemacht. Niemand scheint die Katastrophe überlebt zu haben. Der traumatisierte Cop macht sich dennoch auf die Suche nach seiner Familie, und so beginnt eine dramatische Odyssee vor der Kulisse einer untergegangenen Weltmacht.

Im Prinzip hält sich Kirkman eng an die Gesetze bekannter Zombievorlagen. Was sein Buch jedoch angenehm von der untoten Massenware abhebt, sind die liebevoll gezeichneten (hier im doppelten Wortsinn) Figuren und seine Fähigkeit aus der – in jüngster Vergangenheit etwas überstrapazierten – Zombiematerie noch echte Überraschungen herauszuholen. Seine Charaktere geraten ihm glaubhaft und vielschichtig. Nicht selten machen sich die Protagonisten das Überleben selbst zum Horror. Die Logik ihres Überlebenskampfes folgt dabei weniger den Notwendigkeiten des Genres, als vielmehr zwischenmenschlichen Entwicklungen. So kann The Walking Dead viele anrührende und denkwürdige Momente kreieren, ohne jemals zu langweilen. Das folgende Motion-Comic zeigt den Auftakt der Serie:

Walking Dead – die TV-Serie: Werktreu und vielversprechend

Die charakterorientierte Erzählform und der starke Fokus auf zwischenmenschliche Beziehungen sprechen grundsätzlich für die Idee, das Buch im Stile einer großen TV-Serie zu verfilmen.

Mit Frank Darabont, unter anderem verantwortlich für „Die Verurteilten” (The Shawshank Redemption) und “The Green Mile”, hat der amerikanische Sender AMC einen fähigen Regisseur und Autoren gefunden, der in “Der Nebel” (The Mist) zudem unlängst bewiesen hat, dass er auch die Töne einer leisen Gesellschaftskritik zu treffen vermag. Bereits in der vergangenen Woche lief der Pilot im US-Fernsehen und wurde von Kritikern und Publikum sehr gut aufgenommen. Mit der Verfilmung scheint man sich stark an der Buchvorlage orientieren zu wollen. Die Untoten-Apokalypse wird sehr nüchtern und realistisch dargestellt. Das Grauen findet vor allem in den Gesichtern der Lebenden statt. Auch Andrew Lincoln konnte in der Rolle des Rick Grimes bisher überzeugen.

Hier der Trailer zur TV-Serie:

Insgesamt macht die TV-Premiere Lust auf mehr. Die serielle Darstellung des amerikanischen Alptraums verspricht spannend und vielschichtig zu werden. Wann und ob The Walking Dead in Deutschlang zu sehen sein wird, ist (wieder einmal) unklar. Auf der Homepage der Serie kann man sich die Zeit bis zum DVD-Release der ersten Staffel mit einem Überlebenstest vertreiben.

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