Tipp-Kiste: Was tun gegen unerwünschte Werbung per Post und am Telefon

Franziska Huebscher

Mir reicht’s! Ich habe keine Lust mehr auf volle Briefkästen, E-Mail-Postfächer und dubiose Anrufe aus dem Ausland auf meinem Festnetz-Anschluss. Keines dieser Angebote interessiert mich wirklich, schlimmstenfalls werden dafür sogar noch Bäume abgeholzt. Damit soll jetzt Schluss sein. Doch was muss man machen, um keine Werbung mehr zu erhalten? Alle Infos, Adressen und Tipps hier.

Woher haben “die” meine Daten?

Diese Frage ist leider nicht leicht und präzise zu beantworten. Häufig ist der klassische Telefonbucheintrag die Daten-Quelle, manchmal sind es auch Umfragen und Gewinnspiele, an denen man teilgenommen hat. Deshalb sollte man bei jeder Anmeldung für irgendeinen Internet-Service immer genau lesen, wer was mit den persönlichen Daten machen darf.

Was kann ich gegen die Nutzung meiner Daten zu Werbezwecken tun?

Schritt 1: Löschung des Telefonbucheintrages bei der Telekom bzw. dem eigenen Telefon-Anbieter

Das Problematische am Telefonbucheintrag ist, dass die Daten im Prinzip für alle frei zugänglich sind. Adresshändler sammeln diese öffentlich zugänglichen Daten und speichern sie in ihren Datenbanken ab. Und das tun sie ganz legal.

Schritt 2: Eintragung in die Robinsonlisten

Mit dem Eintrag erklärt man, dass man keinerlei Werbezusendungen an die hinterlegten Adressen und Rufnummern wünscht. Dieser Schritt ist langfristig sicherlich der effektivste bei der Spam-Eindämmung.

Schritt 3: Austragung aus E-Mail-Newslettern/ Verteilern

Dazu einfach den “Newsletter abbestellen”-Link in der Werbe-E-Mail aufrufen oder eine E-Mail mit der Bitte um Löschung an den Absender schicken.

Schritt 4: Dem Einwohnermeldeamt den Verkauf der eigenen Adresse verbieten

Ja, du hast richtig gelesen. Die Meldeämter verkaufen Adressdaten, bspw. an Inkasso-Unternehmen. Um dies zu unterbinden ist es leider nötig, persönlich auf dem Meldeamt gegen die Weitergabe der Adresse zu widersprechen.

Schritt 5: Aufkleber “Keine Werbung und Wochenzeitungen” an den Briefkasten kleben

Postwurfsendungen, wie Pizza-Flyer und Wochenzeitungen, die also nicht namentlich an dich adressiert sind, dürfen dann NICHT mehr in den Briefkasten eingeworfen werden. Falls es doch passiert: beschwer dich beim Absender und drohe für den Wiederholungsfall rechtliche Schritte an.

“Bitte keine Werbung” Schild zum Ausdrucken für den Briefkasten
kostenloser Download der Druckvorlage

Schritt 6: Dem Versand persönlich adressierter Werbung schriftlich bei den Unternehmen widersprechen

Dazu einfach den Vordruck herunterladen, ausfüllen und an die Unternehmen schicken. Sorge dafür, dass du auch wirklich eine schriftliche Bestätigung erhältst, damit du im Ernstfall was in der Hand hast.

Musterschreiben Widerspruch gegen Werbesendungen
kostenloser Download der Vorlage

Achtung bei Umzug! Ein Nachsende-Auftrag der Post und die Ummeldung beim Einwohnermeldeamt können dazu führen, dass eine dieser Stellen wieder dazu berechtigt ist, deine aktuellen Daten an Unternehmen weiterzugeben. Deshalb unbedingt bei den Formularen darauf achten, dass man seine Daten an NIEMANDEN weitergeben möchte.

Was kann man gegen nervige Telefonwerbung machen?

Telefonwerbung ist ohne dein Einverständnis verboten. Wenn dich jemand anruft, solltest du – sofern übermittelt – die Telefonnummer notieren und deine Eintragung in der Robinsonliste erwähnen. Du kannst dann Strafanzeige gegen den Betreiber der Rufnummer erstatten.

Falls du Zeit und Lust hast, kannst du den Spieß aber auch einmal herumdrehen und zur Abwechslung selber die Call-Center-Mitarbeiter ärgern. Wenn du von einem Unternehmen nach deiner Telefonnummer gefragt wirst, ohne dass sie diese wirklich benötigen, gib einfach die Telefonnummer von “Frank geht ran” an ;)

Fragebogen bei unerwünschten Telefonanrufen
Kostenlos herunterladen

Bild: Briefkasten Cottbus, Picasa, (cc)

Neue Artikel von GIGA SOFTWARE

GIGA Marktplatz