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Top 10 Internet-Manifeste: Thesenpapiere zu Netzpolitik und Cyberspace

Peer Göbel
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internet manifest
Thesen zum Internet haben gerade wieder Konjunktur: Nach Innenminister Thomas de Maizière haben auch der Chaos Computer Club und die Piratenpartei in den vergangenen Wochen ihre Manifeste zum Internet veröffentlicht. Es geht um Netzpolilitik und darum, was das Internet ist und wie es in Zukunft aussehen soll. Wir haben weiter gesucht und eine Liste von 10 wegweisenden und unterhaltsamen Internet-Manifesten und -Thesenpapieren zusammengestellt. Das schöne daran: Die Manifeste sagen meist mehr über ihre Verfasser aus als über das Internet selbst.

Zur Vorbereitung und zum Vergleich nochmal die Blaupausen aller Manifeste und Themenpapiere: die 95 Thesen von Martin Luther, das Kommunistische Manifest von Engels und Marx sowie das Futuristische Manifest von Marinetti.

1. 14 Thesen zu den Grundlagen einer gemeinsamen Netzpolitik der Zukunft (Juni 2010)

Bundesinnenminister Thomas de Maizière legte im Juni 2010 eine Liste zur Netzpolitik vor, die viel Politiksprech enthielt, erstaunlich wenig Regulierung forderte, trotzdem nach dem starken Staat ruft und den Mythos vom “rechtsfreien Raum” Internet, den es zu verhindern gelte, heraufbeschwört.

14 Thesen zu den Grundlagen einer gemeinsamen Netzpolitik der Zukunft

2. Piratenpartei: 10 Thesen zur Netzpolitik (Juli 2010)

Das Thesenpapier zu den Grundlagen der Netzpolitik gipfelt in der Aussage: “Das Netz ist der Schlüssel zum Abwenden der Katastrophe”. Sehr optimistisch.

Piratenpartei: 10 Thesen zur Netzpolitik

3. CCC: Forderungen für ein lebenswertes Netz (Juli 2010)

Die Forderungen des Chaos Computer Club decken sich in einigen Punkten mit der Piratenpartei, es geht um den Netzzugang als Grundrecht, Netzneutralität und Datenschutz.

CCC: Forderungen für ein lebenswertes Netz (Juli 2010)

4. 42 finale Thesen zum Internet (Juli 2010)

Fast schon poetisch kommen diese 42 Thesen von @zeitweise alias Marcel-André Casasola Merkle daher: “Das Netz sagt: „I can haz cheeseburger.“”. Hat Substanz und liest sich ausgezeichnet.

42 finale Thesen zum Internet

5. Slow Media Manifest (Januar 2010)

Es war zu erwarten, dass zum dauernden Gerede von Beschleunigung der Kommunikation auch die Gegenthese aufgebaut wird. Hier werden die 2010er Jahre gleich mal als Jahrzehnt der Besinnung zu nachhaltigen Medien ausgerufen.

Slow Media Manifest

6. Internet-Manifest: Wie Journalismus heute funktioniert (September 2009)

Das auch so betitelte “Internet-Manifest” von Bloggern und Journalisten wie Sascha Lobo, Stefan Niggemeier, Markus Beckedahl oder auch Mercedes Bunz sorgte im September 2009 für einigen Wirbel – aber auch Kritik. Die Liste von 17 Behauptungen schien sich mehr um Gemeinplätze zu drehen, wie “Das Internet ist anders”, “Das Netz verlangt Vernetzung” – und wollte wohl vor allem eine Lanze brechen für den Online-Journalismus.

Internet-Manifest

7. Wie unser Internet schöner wird (Januar 2001)

Kathrin Passig und Ira Strübel entwickelten bereits 2001 in der taz ganze 50 Vorsätze, “wie unser Internet schöner wird”. Etwa diesen: “27. Ich werde mich nicht über Leute lustig machen, die sich im Netz verliebt haben. Wenn doch, tu ich das heimlich und hinter deren Rücken.”

Wie unser Internet schöner wird

8. Cluetrain Manifesto (April 1999)

Das Cluetrain-Manifest sagte schon 1999 so einiges von dem Voraus, was später Web 2.0 genannt wurde. Die vier US-amerikanischen Autoren richten 95 Thesen (siehe Luther) an die Unternehmen im Internet-Zeitalter – und behaupten, dass sich die Rolle der Kunden vollkommen verändert hat: “We want you to take 50 million of us as seriously as you take one reporter from The Wall Street Journal”. Auch starker Markt-Kommunikations-Tobak.

Cluetrain Manifesto (Englisch und die deutsche Übersetzung)

9. A Declaration of the Independence of Cyberspace (Februar 1996)

John Perry Barlow, Mitbegründer der Electronic Frontier Foundation (EFF) und ehemaliges Mitglied der Grateful Dead, formulierte als Reaktion auf die US-amerikanische Gesetzgebung eine Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace. “Governments of the Industrial World (…), I ask you of the past to leave us alone.”

A Declaration of the Independence of Cyberspace

10. A cypherpunk’s Manifesto (März 1993)

“Privacy is necessary for an open society in the electronic age.” Eric Hughes formulierte als Teil der Cypherpunks-Mailinglist eine Thesenliste über die Wichtigkeit von Privatsphäre und Datenschutz – und das Recht auf Verschlüsselung und Anonymität.

A cypherpunk’s Manifesto

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