TouchPad: HPs Vorzeigetablet kostet nur noch 99 Euro

commander@giga

Ist es die Hitze oder tatsächlich der Preis? Nach Hewlett-Packards Bekanntmachung, das Hardwarelineup zum eingestellten Betriebssystem webOS zu Ausverkaufspreisen herzugeben, gehen deren Server derzeit in die Knie. Trotz der fehlenden Zukunftsperspektive ist es eben einfach ein gutes Angebot.

Im vergangenen Jahr kaufte HP den ehemaligen Kleinstcomputerprimus Palm und damit auch dessen Betriebssystem webOS. Darauf aufbauend wollte der Konzern eine eigene Smartphone- und Tablet-Produktlinie anbieten, die sich vor Apple und Android nicht verstecken muss. Angesichts der Marktdurchdringung dieser beiden Anbieter war es dann auch ein mutiges Unterfangen, das HP TouchPad im vergangenen Juli für 480 Euro (16 GB) bzw. 580 Euro (32 GB) anzubieten. Trotz der soliden Hardware und einiger überzeugender Funktionen wie einem wirklich schnellen Browser konnten die Verkaufzahlen aber wohl nicht überzeugen. Nachdem in den USA und Kanada ein entsprechendes Angebot auf großen Andrang stieß, verramscht HP seine webOS-Linie nun auch hierzulande zu Schleuderpreisen.

Das TouchPad wird demnach in der 16 GB-Variante nur noch 99 Euro kosten. Über die 32 GB-Variante ist derzeit nichts bekannt. Ebenfalls günstig kommt man auch an die beiden Smartphones HP Veer (59 Euro) und HP Pre 3 (79 Euro). Die Sache hat einen Haken: Derzeit ist an das Angebot praktisch kein Rankommen. Die Angebotsseite ist im Moment komplett überlastet und nicht erreichbar. Allerdings dürften auch die anderen Anbieter ziemlich zeitnah nachziehen und ihre Preise ebenfalls anpassen. Die Kollegen von Mobiflip verweisen unter anderem auf Amazon oder auch Media Markt, wo entsprechende Anpassungen bereits vorgenommen wurden.

Einige potentiell interessierte Kunden fragen sich nun vielleicht, warum sie ausgerechnet in ein Gerät investieren sollen, dass keinerlei Zukunftsperspektive mit sich bringt. Diejenigen seien an einen sehr passenden Kommentar auf Gizmodo verwiesen: Statt zu überlegen, was das TouchPad einmal sein könnte, sollte man sich überlegen, was es jetzt schon ist. Für 99 Euro bietet HP mit dem TouchPad einfach ein sehr gutes Tablet, das zwar nicht ganz mit dem iPad 2 mithalten kann, aber dennoch in der ersten Liga der derzeitigen Tablets mitspielt. Selbst wenn ab sofort kein einziges Update und keine einzige App mehr erscheinen würde (was ja so auch nicht der Fall sein wird), bekommt man etwas für sein Geld. Es ist günstiger als ein Kindle (lässt sich aber als eines nutzen), hat einen vollwertigen Browser, es lassen sich alle möglichen Medienformate darauf ansehen, es gibt eine gute Facebook-App… was will man mehr. Es wurde als Tablet im 400-500 Euro-Sektor konzipiert und eben nicht als ein 100 Euro-Lidl-Tablet, das man kaum zum Laufen kriegt. Dass sich HP nun gezwungen sieht, das TouchPad für gerade einmal 99 Euro zu verramschen, ist für das Unternehmen sicher schade – für die Kunden aber auf jeden Fall ein Angebot, zu dem man kaum nein sagen kann.

Bild: HP TouchPad von Benm.at (cc)

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