Twitter: Entwickler relativieren Client-Verbot

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Am vergangenen Wochenende mussten sich die Twitter-Entwickler viele Vorwürfe der Nutzer anhören. Das Gerücht ging um, dass der Microblogging-Dienst externe Clients verieten möchte. Ganz richtig ist dies nicht, jedoch werden die Regeln durchaus verschärft.

Auf dem Blog Fishbowl wird Twitter in einem Rant derzeit mit ICQ verglichen: Auch dieser Dienst hat seinerzeit das Internet revolutioniert, sich jedoch durch Abschottung (und Fixierung auf absurd viele Werbeflächen) irgendwann mehr oder weniger ins Aus geschossen. Twitter könnte nach Meinung des Autoren Charles Miller das gleiche blühen.

Dessen Chef hatte in einer Entwicklermailliste davon abgeraten, künftig weiter an Twitter-Clients zu arbeiten, die zum Anzeigen und Schreiben von Tweets dienen. Von denen gäbe es schon zu viele. Diverse Entwickler haben dies so interpretiert, dass die Clients, die oft mit Zusatzfunktionen wie Short-URLs angereichert sind, verschwinden sollen. Dies wurde nun relativiert. Natürlich stehe es jedem frei, weiterhin solche Clients zu entwickeln, die entsprechenden APIs bleiben auch offen. Nur sei dies eben keine gute Idee, wen man später damit auch Geld verdienen möchte. Es werde in Zukunft jedoch verstärkt darauf geachtet, die Richtlinien einzuhalten. Dazu gehört zum Beispiel, keine Twitter-fremden Inhalte in den Client zu spielen (um zum Beispiel einen gemischten Twitter- und Nachrichtenticker daraus zu machen).

Es ist natürlich in Twitters Interesse, die meisten Nutzer auf den eigenen Clients zu halten. Die Werbung in Form von Promoted Tweets oder Promoted Topics läuft über diese. Die Interpretation, dass man Dritt-Clients strenger an die Leinen nehmen möchte, ist daher nicht ganz abewgig. Nach eigenen Angaben nutzen derzeit mehr als 90 Prozent der Nutzer Twitter über die aktuellen Clients für Smartphones bzw. über das Web.

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