Apple-Zensur: Comiversion von Joyce’ Ulysses nicht im App Store – wegen Nacktheit

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Apple steht für seine Zensurpolitik hinsichtlich der Inhalte von Apps häufig in der Kritik. Der Streit dürfte sich dadurch verschärfen, dass Apple sich derzeit weigert, die Comicfassung von “Ulysses” von James Joyce für den Appstore zuzulassen. Grund sind einige Darstellungen von nackter Haut.

Eine Ironie der Geschichte: Es hat Jahre gedauert, bis Joyce’ Roman von 1922 unzensiert veröffentlicht werden durfte. Die Begründungen von damals: Obszönität. Heute möchte Apple die Comicfassung ebenfalls nicht veröffentlichen. Der Grund ist nicht verbale, sondern graphische Nacktheit. Es handelt sich um die Zeichnung einer barbusigen Göttin.

Zensur ist in dem Kontext jedoch ein etwas zu starker Begriff, wie Anwalt Chad Rutkowski gegenüber dem Blog The App Economy klarstellt. Robert Berry, der Zeichner des Webcomics Ulysses Seen wurde von Apple angesprochen, ob er das bewusste Panel auf Seite 37 für die iPad-App ändern könnte. Er fügte sich und änderte insgesamt sechs Panels ab, sodass im Comic keine Nacktheit mehr zu sehen ist. Das Original-Buch in all seiner Obszönität kann jedoch weiter über den iBook-Store bezogen werden. Auch hindert iPad-User niemand daran, sich die Webversion des Comics anzusehen und durchzulesen.


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