Verpackungsfrust bei Amazon und Co.

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Jeder, der sich eine Packung Batterien, einen Gamecontroller für die Xbox 360 oder auch ein HDMI-Kabel kauft, kennt das Problem: Bis man das eigentliche Produkte in der Hand hält, ist eine schmerzhafte und lang andauernde Prozedur zu bestehen, die nicht selten mit abgebrochenen Fingernägeln und kleinen Schnittwunden endet. Das Produkt durch die klare Plastikverpackung stets in scheinbarer Reichweite, staut sich so ein Frust auf, der sich dann in wütenden Tiraden auf ciao.de oder anderen Verbraucherportalen niederschlägt. In Geschäften macht dies noch Sinn: Diebe sollen abgehalten werden, das Produkt aus der Packung herauszuklauen, um am Alarmsystem vorbeizukommen. In Webshops könnte man jedoch darauf verzichten.

Der Internethändler Amazon bemüht sich einem New York Times-Artikel zufolge deshalb bereits seit 2 Jahren, Hersteller von Verpackungen zu überzeugen, die als “frustrationsfrei” gelten. Damit ist zum Beispiel der Verzeicht auf zähes Plastik zugunsten von Kartons gemeint. Offenbar ohne Erfolg. Von den Millionen Produkten, die Amazon anbietet, gelten lediglich 600 als frustrationsfrei.

Dabei wären neue Verpackungen durchaus auch für die Produzenten von Vorteil: laut New York Times erhalten Produkte, die auf kundenfreunliche Verpackungen umgestiegen sind, 73 Prozent weniger schlechte Bewertungen. Eine durchaus beeindruckende Zahl. Philips hat deshalb zum Beispiel seinen elektronischen Zahnbürsten eine neue Verpackung spendiert. Dies ist auch ein Effizienzgewinn, da nun nur noch Pappe verwendet wird und nicht wie vorher Pappe und Plastik von zwei verschiedenen Anbietern.

Amazon hat sich bereits vor 2 Jahren in einem Video mit dem “Wrap Rage” befasst, allerdings setzt sich diese Erkenntnis wohl erst langsam durch. Amazon-Managerin Nadia Shouraboura: “Es ist ein Win-Win-Angebot. Wir erwarten nicht, innerhalb einer Woche ein Wunder zu vollbringen, aber ich denke, langfristig wird es sich durchsetzen.”

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