Video von M.C. Eschers Wasserfall auf Youtube: So funktioniert der Trick

M. Göbel

Ende Januar hat jemand ein Modell von M.C. Eschers Wasserfall auf Youtube hochgeladen: eine optische Täuschung, in der das Wasser immer abwärts fließt und dann über ein Rad wieder in sein Becken zurück – und im Video scheint das auch zu funktionieren. Nun wurde das Modell nachgebaut und gezeigt, wie es dazu kommt.

Das ursprüngliche Video – M. C. Eschers Wasserfall

Am 30. Januar hochgeladen, wurde der Clip auf Youtube bereits über 3 Millionen mal (!) angeklickt – ein ungeheurer Erfolg für den User mcwolles bzw. auch für die Fachhochschule Trier, Studiengang Intermediales Design, in dessen Rahmen das Modell offenbar angefertigt würde. Es folgten diverse Videos, in denen andere User zu erklären versuchten, wo genau der Trick bei der ganzen Sache ist – denn irgendwie muss eine Pumpe ja im Spiel sein, um die Flüssigkeit wieder in das Becken zurück zu befördern. mcwolles selbst blieb die ganze Zeit erstaunlich still: Anstatt sich mit seinen Ergebnissen öffentlich zu brüsten, blieb er weitgehend anonym. Und er verspricht zwar eine Auflösung, wie sein Modell funktioniert – doch die ist er bis heute schuldig geblieben.

Der Hintergrund: Hochschule Trier, M.C. Escher

Das Video entstand im Rahmen des Projekts “Medien im Fluss” im Studiengang Intermediales Design an der Fachhochschule Trier. Am Anfang stand ein Motto von Ovid: „... jedes Bild wird gestaltet, 
während es vorübergeht ...“
 – darauf basierend sollten die Studierenden gestalterisch das Werden und Vergehen behandeln. Sechs haben teilgenommen und verschiedene Modelle/Videos erstellt, die teilweise auf der Projekt-Website einsehbar sind. Der Wasserfall, eine “überraschende filmische Version”, stammt von Eduard Kopp, weiter steht auf der Website: “Im Stil eines Amateurvideos wird das Wunder des Perpetuum mobile Wirklichkeit.”

Der dem Video zugrunde liegende Wasserfall ist vom niederländischen Zeichner Maurits Cornelius Escher – eine Lithographie aus dem Jahre 1961, eines der berühmtesten Werke von M.C. Escher. Er beschäftigte sich viel mit perspektivischen Unmöglichkeiten und optischen Täuschungen: Auf den ersten Blick scheint alles in sich schlüssig, auf den zweiten ergibt sich ein totaler Widerspruch. Grundlage für den Wasserfall ist das “Penrose-Dreieck” von Roger Penrose, bzw. dessen “endlose Treppe“. Ein ähnliches Prinzip verfolgt Eschers Bild “Treppauf Treppab”, das eine endlose viereckige Treppe zeigt.

So funktioniert das Real-Life-Modell

Und nun hat endlich jemand gezeigt, wie das wohl funktioniert: Natürlich ist es eine optische Täuschung, und zwar eine, die M.C. Escher sicherlich sehr erfreut hätte, wenn er noch am Leben wäre. In China wurde das Modell nachgebaut, natürlich mit einer Pumpe kommt das Wasser (bzw. die blaue Flüssigkeit) vom Ende der Rinne nach oben – ganz einfach eigentlich. Auf Instructables gibt es eine Anleitung zum Bau des Wasserfalls, mit einem grandiosen Hinweis: “Before the project starts, you have to convince yourself that: 1. Perpetual motion is impossible; 2. Perpetual motion is impossible; 3. Perpetual motion is impossible;” Dann klappt der Bau des Escher-Real-Life-Modells auch:

via (u.a.) nerdcore

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