Videodropper: Die WebApp-Lösung gegen YouTube-Sperren

Jan Schultze

Es bleibt derzeit eine Auseinandersetzung ohne Aussicht auf Friedensverhandlungen: GEMA vs. YouTube. Seit vor drei Jahren der erste Lizenzvertrag zwischen der Verwertungsgesellschaft und der Videoplattform von Google ausgelaufen ist, streiten sich beide Parteien über eine neue Lösung, wie mit Werken, für welche GEMA die Rechte besitzt, umgegangen werden soll.

Nachdem ein früher Vorschlag seitens der GEMA, Musikvideos für 1 Cent pro Klick verfügbar machen zu wollen, von YouTube empört zurückgewiesen wurde, tauchen seit längerer Zeit Fenster wie diese in großer Anzahl auf:

Um Musikvideos, auf die kein Zugriff über YouTube möglich ist, trotzdem sehen zu können, werden dem User inzwischen zahlreiche Programme angeboten, mit denen sich die Sperren – beispielsweise via im Ausland befindlicher Proxyserver – komfortabel umgehen lassen. Zu diesen gehören: ProxTube, Stealthy, Anonymox – und jetzt neu VideoDropper.

Mit Hilfe dieser WebApp kann der Nutzer die gewünschten Videos bequem herunterladen und auf dem PC anschauen. Hierfür ist allerdings zunächst ein Account beim Cloud-Service Dropbox notwendig. Nach der Anmeldung bekommt der User angezeigt, wieviel Speicherplatz zur Verfügung steht. Die URL des Clips wird in das entsprechende Feld eingegeben, anschließend drückt man auf “Send to Dropbox”. Nach Beendigung des Downloads hat man schließlich den vollen Zugriff auf den Film im FLV-Format. Allerdings muss man hierfür schon mal etwas Geduld mitbringen – Tests offenbarten Wartezeiten von 10 bis 15 Minuten. Dafür jedoch kommen auch Nutzer von mobilen Apple-Geräten auf ihre Kosten: Über “Optimize for iPhone/iPod touch (Beta)” ist ein Speichern im MPEG 4-Format möglich.

Mehr als eine provisorische Behelfslösung, bis endlich mit einer Einigung zwischen der GEMA und YouTube zu rechnen ist, kann jedoch auch Videodropper nicht sein. Noch im vergangenen Dezember gab die Verwertungsgesellschaft bekannt, kostenlosen Musikplattformen die Bereitstellung GEMA-geschützter Werke gegen eine Abgabe von 10,25 % der Einnahmen durch die Downloads zu gestatten. In diesem Zusammenhang soll inzwischen auch ein Geheimvertrag zwischen Universal Music und Google ausgehandelt worden sein: Danach könnte Universal zukünftig auch Inhalte löschen, die nicht der Urheberrechtsverletzung unterliegen.

Von besseren Aussichten kann also wohl erstmal keine Rede sein…

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