Vulkanausbruch in Island: Neue Aschewolke und Flugverbot über Europa – Ausbreitung und Infos

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Deja-Vu? Vor etwas über einem Jahr brach in Island der Vulkan Eyjafjallajökull aus, in der Folgezeit war der Flugverkehr in Europa vorübergehend lahmgelegt – wir berichteten über die Ausbreitung der Aschewolke und das folgende Flugchaos. Nun droht erneut ein Flugverbot, weil der Grímsvötn ausgebrochen ist und die Aschewolke über Deutschland erwartet wird.

In Schottland sitzen bereits Tausende Passagiere an den Flughäfen fest, Hunderte Flüge fielen aus. Auch für Deutschland wird ab Mittwoch ein Flugverbot erwogen – zunächst über Norddeutschland. Das ist heftig umstritten, die Fluggesellschaften fürchten erneut Millionenverluste durch Betriebsausfälle.

Nach Prognose des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach wird die Wolke gegen 2 Uhr Nachts Norddeutschland erreichen, bis voraussichtlich 8 Uhr Morgens habe sie dann Deutschlands Mitte erreicht, Höhe südliches Hessen und südliches Brandenburg. Spätestens dann sei die Konzentration von Asche über Norddeutschland bei 2 Milligramm Vulkanasche pro Kubikmeter Luft – für Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) ist das die Grenze. Danach werden Schäden an Flugzeugen, besonders an den Triebwerken erwartet.

Bisher sind von den Flugausfällen nur Flüge nach und über Schottland betroffen – Island selbst hat am späten Montagabend seine internationalen Flughäfen wieder geöffnet. Doch die Aschewolke bewegt sich… (siehe unten)

Der Ausbruch des Grímsvötn wird als heftiger beschrieben als der des Eyjafjallajökull vor einem Jahr: Mehr Asche käme heraus, diese sei darüber hinaus feuchter, was allerdings auch ein Vorteil sein kann: Wenn die Asche schneller verklumpt, fällt sie auch eher zu Boden und behindert den Flugverkehr weniger.

Aktuelle Infos über den Ausbruch gibt es beim Icelandic Met Office, der Meteorologischen Behörde von Island.

Ausbreitung der Aschewolke des Vulkans Grímsvötn

Das interessiert die Fluggäste wohl am meisten: Wie weit hat sich die Aschewolke schon über Europa ausgebreitet? Wie sicher ist es noch, das Flugzeug zu benutzen? Das Rheinische Institut für Umweltforschung an der Universität zu Köln hat auf seiner Website animierte Karten mit der Entwicklung der Feinstaubkonzentrationen (also auch der Aschewolke) in verschiedenen Höhen veröffentlicht. Wenn man diesen Prognosen glauben darf, könnte das Flugverbot über Norddeutschland bereits Mittwoch Mittag wieder aufgehoben werden, weil die Aschewolke dann nach Osten abdriftet (am besten sichtbar auf der Karte rechts unten).

Download
Ausbreitung der Aschewolke, Prognosen des Instituts für Umweltforschung
von der Universität zu Köln

Andere aktuelle Daten zur Island-Aschewolke liefert das Londoner Volcanic Ash Advisory Center (Vulkanasche-Center). Dessen Prognosen reichen nicht ganz so weit in die Zukunft und sind nicht animinert, aber trotzdem beeindruckend anzusehen.

Download
Graphiken des Volcanic Ash Advisory London
über die Ausbreitung der Aschewolke


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