Google: WebP soll JPEG ablösen

Das JPEG-Format wurde 1992 vorgestellt und hat demnach bereits 18 Jahre auf dem Buckel. So wundert es wenig, dass psycho-optische Verfahren heute wesentlich effizienter sind. Google hat erkannt, dass durchschnittlich etwa 65% der zu übertragenden Daten bei einer Webpage Bilder sind und arbeitet darauf hin, die Datenmenge bei der Bildübertragung durch bessere Komprimierung zu reduzieren.

Das heute in einer Developer Preview (Entwicklervorschau) vorgestellte neue Bildformat WebP basiert auf dem VP8-Codec, der auch in Googles WebM-Videocodec verwendet wird und soll JPEG einst ersetzen. Als Container findet ein RIFF-basiertes Format Anwendung, das im Grundzustand nur 20 Byte pro Datei verschlingt, aber dennoch Platz für Metadaten lässt – das können etwa EXIF-Daten wie die verwendete Kamera, die Belichtungszeit oder Geoinformationen sein.

Google hat das neue Bildformat bereits umfangreich an Praxisbeispielen getestet. Zufällig aus dem Netz genommene und in ein verlustfreies Format komprimierte JPEG-Dateien wurden mit WebP neu komprimiert – mit der Maßgabe, dass die Bildqualität annähernd gleich sein sollte. Dabei konnte Google eine um 39% geringere Dateigröße im Vergleich zu den JPEG-Ausgangsdateien erzielen. Google weist auch darauf hin, dass bei unkomprimierten Bildern (etwa RAW-Dateien aus Digitalkameras) vermutlich noch bessere Ergebnisse erzielt werden können. Google hat eine Testseite online gestellt, die die Bildqualität zwischen JPEG und WebP vergleicht. Das Format ist jedoch noch nicht finalisiert, es soll mindestens noch die Unterstützung für Alpha-Layer hinzugefügt werden.

Ein Patch für das WebKit-Projekt wird in nächster Zeit hinzugefügt, der zumindest native Unterstützung für das Format in Google Chrome ermöglicht. Der Rest hängt von anderen Browserherstellern ab.

Chromium Blog: WebP, a new Image Format for the Web

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