Wikileaks jetzt in der Schweiz - Amazon bestreitet politische Einflussnahme

commander@giga

Nach der Veröffentlichung der Diplomatendepeschen wird der Druck auf Wikileaks zusehends größer. Erst schmiss Amazon den Dienst von seinen Servern, dann entzog man ihm auch noch die .org-Domain. Noch hat das Enthüllungsportal ein paar Asse im Ärmel.

“Cablegate” hat für Wikileaks wohl weitreichendere Konsequenzen als alle bisherigen Veröffentlichungen. Zunächst hat die Amazon-Tochter Amazon Web Services (AWS) den Vertrag mit dem Enthüllungsportal gekündigt. Über AWS hatte Wikileaks seit einiger Zeit seine Dokumente in das Netz gespeist. Vorwürfe, Amazon hätte aufgrund von politischer Einflussnahme den Vertrag gekündigt, wies das Unternehmen nun von sich. Laut computerbase.de habe Wikileaks gegen Vertragsbestimmungen verstoßen. In diesen ist geregelt, dass Wikileaks die Rechte an den von ihm veröffentlichten Dokumenten besitzen müsse. Dies sei jedoch nicht der Fall. Außerdem könne nicht sichergestellt werden, dass durch die Dokumente niemand zu schaden kommt.

Nicht nur die Server sind Wikileaks nun abhanden gekommen, sondern auch die Domain. Das Unternehmen, dass die Domain Wikileaks.org vergeben hatte, EveryDNS.net, entzog Wikileaks nun selbige. Auch hier werden als Grund Verletzungen der Nutzungsbedingungen angegeben. Auslöser sei hier jedoch die dDOS-Attacke gewesen, der sich Wikileaks seit einigen Tagen ausgesetzt sah. Damit seien laut EveryDNS.net auch andere Kunden in Mitleidenschaft gezogen worden.

Zwischenzeitlich war Wikileaks nur über eine direkte IP zu erreichen gewesen, welche der Twitter-Account des Portals bekanntgab. Nun ist man aber in die Schweiz und auf Wikileaks.ch ausgewichen. Diese wird laut dem Guardian von der Schweizer Piratenpartei verwaltet, leitet jedoch weiterhin nur an eine schlichte IP weiter, so dass in der Kürze wohl kein neuer Hosting Provider aufgetrieben konnte. Es wird gemutmaßt, dass Wikileaks aufgrund interner Querelen nicht die Mittel besitzt, um die Inhalte längerfristig selbst hosten zu können, weswegen man auf Drittanbieter wie bis vor kurzem AWS angewiesen ist. Eine verstärke Fahndung nach Wikileaks-Mastermind Julian Assange aufgrund von ihm vorgeworfenen sexuellen Übergriffen verkompliziert die Lage für das Portal noch.

Neue Artikel von GIGA SOFTWARE

GIGA Marktplatz