Wirbel um Wikileaks: Petition für Pressefreiheit, Facebook-Aktion, Alternative OpenLeaks

M. Göbel

Nachdem Wikileaks-Chef Julian Assange unter großem Medieninteresse gegen Kaution freigelassen wurde, wendet sich nun die Aufmerksamkeit weg von der Person Assange hin zum Umgang mit der Enthüllungs-Plattform Wikileaks. Mehrere Zeitungen wie taz, Frankfurter Rundschau, Freitag und Tagesspiegel rufen zur Unterzeichnung einer Petition auf, morgen ist auf Facebook die “Operation Blackface”, und mit OpenLeaks ist eine Wikileaks-Alternative gestartet.

Die tageszeitung, der Freitag, die Frankfurter Rundschau, der Tagesspiegel, das European Center For Constitutionel and Human Rights (ECCHR), Perlentaucher.de, die Berliner Zeitung, das Neue Deutschland, der AK Zensur und netzpolitik.org haben zur Unterzeichnung eines Appells aufgerufen, der die Angriffe auf Wikileaks verurteilt.

Sie berufen sich auf Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen:

“Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.”

In drei Unterpunkten richtet sich der Appell gegen die Kriminalisierung von wikileaks durch staatliche Verfolgung (USA), Kappung der Finanzen (Mastercard, Visa, Paypal) und verdeckte Angriffe auf die Server: 1. Die Angriffe auf Wikileaks sind unangebracht, 2. Publikationsfreiheit gilt auch für Wikileaks, 3. Recht auf Kontrolle des Staates.

Appell lesen und unterzeichnen
z.B. beim Tagesspiegel oder der taz

Facebook-Aktion für mehr Meinungsfreiheit

Die “Operation Black Face“ ist auf Facebook für den 18. Dezember vorgesehen. Es wird dazu aufgerufen, das Facebook-Profilbild zu schwärzen und so dem eigenen Protest gegen die Wikileaks-feindlichen Aktionen Ausdruck zu verleihen bzw. viel mehr noch – der Wichtigkeit freier Rede und freier Medien für die Demokratie.

“Operation Black Face”
(Facebook-Seite)

Wikileaks-Alternative OpenLeaks

Bis vergangenen September hat Daniel Domscheit-Berg selbst für Wikileaks gearbeitet, dann schied er jedoch aus – wegen “Differenzen über die Ausrichtung” des Portals, wie er es selbst formuliert. Er kritisiert nun auch die “Monopol-Stellung” des Enthüllungsportals und will mit der Neugründung von OpenLeaks mehr Quantität und Qualität bereitstellen, ohne sich von der ursprünglichen Idee zu verabschieden. Mit dabei ist auch Herbert Snorrason, der der Süddeutschen Zeitung den Unterschied zwischen Wikileaks und dem neuen Projekt erklärte: “Der wichtigste Unterschied ist, dass wir selbst nichts veröffentlichen, nicht einmal Dokumente empfangen. Wir bauen nur ein sicheres Computer-Netzwerk, eine Art elektronischer Briefkasten. In den kann jeder brisante Dokumente werfen und selbst bestimmen, wer die Papiere bekommen soll.“ OpenLeaks soll in diesen Tagen starten, bislang ist auf der Website allerdings noch nichts zu sehen.

OpenLeaks
Die Alternative zu Wikileaks

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