WM-Schiedsrichter: Abseits, Wembley-Tore - brauchen wir den Chip im Ball?

Isacc Bah
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Nach offensichtlichen Fehlentscheidungen der Schiedsrichter in den WM-Achtelfinalpartien Deutschland – England und Argentinien – Mexiko stehen die Schiedsrichter im Zentrum der Kritik. Trainer, Spieler, Fans und sogar einige Funktionäre fordern schon seit längerem eine Änderung der Fifa-Tatsachenentscheidungsregel.  Die technischen Möglichkeiten dazu gäbe es bereits – wollte die Fifa sie denn einsetzen. Doch das würde dem Fußball einen großen Teil seiner Faszination rauben, halten Romantiker wie Günther Netzer den Reformforderungen entgegen. Ohne die Möglichkeit für menschliche Fehler gäbe es immerhin kein Wembley-Tor und keine Hand Gottes – andererseits aber auch keine unnötige Teilnahme der französischen Nationalmannschaft an dieser WM-Endrunde. Und nun? Chip im Ball, Videobeweis, Torlinienrichter? Oder: Weiter wie bisher, der Fußball-Romantik zuliebe? Diskutiert mit!

Kontroverse Schiedsrichter-Entscheidungen der WM-2010

Einer der Schiri-Aufreger der WM-Vorrunde: Der Brasilianer Luis Fabiano nimmt in der Partie gegen die Elfenbeinküste den Ball offensichtlich zweimal mit seinem Arm mit – mit voller Absicht – und erzielt dann den Treffer zum vorentscheidenden 2:0. Das Schiedsrichtergespann sieht davon offenbar nichts, ahnt aber vielleicht etwas. Der Schiedsrichter fragt den Torschützen explizit, ob er den Ball mit der Hand gespielt habe. Überraschung: Fabiano weist jedes Fahlverhalten weit von sich.

Die Rache für Wembley: In der Achtelfinalbegegnung Deutschland – England erzielt Frank Lampard einen einwandfreien – und sehenswerten Treffer – zum 2:2-Ausgleich für England.  Denkt er zumindest, denn der Schiedsrichter und seine Assistenten sind die wahrscheinlich einzigen Personen im Stadion, die den Ball nicht hinter der Linie gesehen haben. Das Tor zählt nicht!

Kilometerweit im Abseits: Zugegeben, Abseitsentscheidungen sind eine knifflige Angelegenheit. Manchmal entscheiden Milimeter bei der richtigen Auslegeung der Regel. Nicht so im Achtelfinale zwischen Argentinien und Mexiko. Argentiniens Carlos Tevez steht bei der Verwertung von Lionel Messis Anspiel zum 1:0 meterweit im Abseits. Das wissen die Zuschauer, die Spieler und offensichtlich auch die Bildregisseure im Stadion. Die wiederholen die “strittige” Szene sofort auf der Stadionleinwand. Das sehen auch die Schiedsrichter – und geben das Tor dennoch.

Alle oben aufgeführten Fehlentscheidungen hätten mit Hilfe eines Videobeweises vermieden werden können. Im Fall des Lampard-Tors hätte ein sensorischer Chip im Ball eindeutig bestimmen können, ob das Spielgerät mit vollem Umfang die Torlinie überschritten hat. Aber wollen wir das wirklich? Oder berauben wir die Mannschaften dadurch ihres wahren zwölften Mannes – sein Name: Reiner Zufall!

Was ist eure Meinung zur aktuellen Schiedsrichter-Debatte? Diskutiert mit uns in unserem Kommentarbereich!

Bild: Das war kein Tor von altilux (cc)

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