YouPorn: Umstieg auf HTML5 trickst Apple aus

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Ja, auch das Rotlichtviertel des Internets geht mit der Zeit. Beim Erotikvideoportal YouPorn stellt man sein Angebot auf HTML5 um. Das untergräbt ganz nebenbei Apples Firmenpolitik.

Jüngst hat Apple-Mastermind Steve Jobs noch einmal bekräftigt, dass der Konzern keine Pornographie auf seinen Geräten dulde. Leute, die Pornographie wollen, könnten sich diese bei Android besorgen, schlug Jobs noch einmal in die Richtung der Konkurrenz. Das Erotikverbot war auch einer der angeführten Gründe für den Verzicht auf Flash. Andererseits kann sich ein Konzern auch nicht jeder neuen Technologie verschließen, nur weil diese auch den Zugang zu erotischen Inhalten gewährt. Dann könnte es schnell einsam um einen werden, denn auch diese Branche geht mit der Zeit.

Beim Schmuddelfilmanbieter YouPorn jedenfalls stellt man sein Angebot laut macnews.de nun auf den neuen Webstandard HTML5 um. Dieser enthält auch einen offenen Videocodec, der derzeit wegen seiner Vorteile gegenüber Flash von allen Browsern und Contentlieferern massiv unterstützt wird. Darunter ist eben auch Apple. Dieser muss seine kompromisslose Haltung nun wohl aufgeben. Oder seinen Internetzugang OS-seitig massiv einschränken. Dies dürfte ob der schieren Masse von Erotikangeboten, die früher oder später wohl alle auf HTML5 umsteigen werden, ein recht aussichtsloses Unterfangen werden. Von der zu erwartenden Zensurdebatte einmal ganz abgesehen.

Schwierig wird es allerdings auch für Adobe: Bei jedem Formatstreit in der Vergangenheit, war es nun Betamax vs. VHS in den 80ern oder Bluray vs. HD DVD in den vergangenen Jahren, hat man stets genau darauf geschaut, für wen sich die Erotikbranche entscheidet. Denn diese ist ein Milliardengeschäft und gibt regelmäßig den entscheidenden Ausschlag. Das Flash-Format könnte damit endgültig obsolet werden.


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