YouTube erlaubt Creative Commons

commander@giga

YouTube-Nutzer haben seit vergangenem Donnerstag die Möglichkeit, ihre Videos unter eine Creative Commons-Lizenz zu stellen. Und nicht nur das: Alle CC-Videos landen außerdem in einer eigenen Kategorie im YouTube-Editor, von wo aus sie zu neuen Mashups verarbeitet werden können – ohne Angst vor Lizenzstreitigkeiten haben zu müssen.

CC-Lizenzen gibt es viele. Manche verbieten die kommerzielle Nutzung, andere die Weiterverarbeitung. Auf YouTube selbst steht nur die standardmäßige CC-BY-Lizenz zur Verfügung. Das heisst, dass der Nutzer mit dem Video alles machen darf – es weiterverbreiten, verändern, sogar kommerziell ausschlachten. Unter einer Bedingung: Der Urheber muss verlinkt werden. Mit dem YouTube-Video-Editor ist das überhaupt kein Problem. Das simpel gehaltene Tool, mit dem Videos zusammengefügt, geschnitten und mit Musik unterlegt werden können, übernimmt die Verlinkung zum ursprünglichen Nutzer automatiscn. Die CC-Videos sind dabei in einer eigenen Kategorie angelegt, in der nach Lust und Laune gestöbert werden kann.

Gegenüber gigaom.com gibt man bei YouTube an, die CC-BY-Lizenz deswegen zu nutzen, weil viele Nutzer mit dem CC-Konzept noch nicht vertraut sind und man den Prozess möglichst einfach halten möchte. Eine Rolle könnte aber auch spielen, dass diese Lizenz eben auch die kommerzielle Nutzung erlaubt. Das gilt dann natürlich auch für YouTube und deren Partner. Auch die Wikipedia verlangt von Videos, dass diese dementsprechend lizenziert sind. Zusammen mit der Tatsache, dass YouTube seinen ganzen Katalog in das von Google entwickelte freie WebM-Format übertragen hat, steht also einer Schwemme von YouTube-Videos auf der Wikipedia künftig wenig entgegen.

Zum Start weg standen gleich 10.000 Videos unter der CC-BY-Lizenz, denn natürlich gab es einige eingeweihte Partner, die das Angebot pushen sollen. Dazu zählen etwa das US-Parlamentsfernsehen C-Span (dessen Einschaltquoten immer wieder für Witze herhalten müssen) oder der Nachrichtenkanal Al Jazeera. In Deutschland wäre denkbar, dass sich zum Beispiel das auf YouTube sehr umtriebige ZDF mit Formaten wie dem Elektrischen Reporter schon bald anschließen wird. Wer von sich aus ein neues Video hochlädt, hat in den Einstellungen von nun an die Wahl, ob das Werk unter CC-BY oder der herkömmlichen YouTube-Lizenz stehen soll. Für weitere Fragen hat YouTube noch einmal ein kleines FAQ zusammengestellt.

YouTube Video-Editor Videos erstellen mit einem großen Archiv an CC-Material

Neue Artikel von GIGA SOFTWARE

GIGA Marktplatz