YouTube gibt nun offen der GEMA die Schuld für gesperrte Videos - Gerichtsverhandlung steht bevor

Peer Göbel

Ein leidiges Thema: Seit Jahren kommen die GEMA und YouTube nicht zu einer Einigung über eine Vergütung der Komponisten. Das führt dazu, dass viele Musikvideos von Deutschland aus nicht erreichbar sind. Nun trifft man sich vor Gericht wieder. Und YouTube macht offen die GEMA für die Sperre verantwortlich.

Wer heute ein Video von Lady Gaga auf YouTube ansehen wollte, bekommt nun den aus Sicht von Google Schuldigen für die Sperre geliefert: die GEMA. Wo lange ein neutralerer Text neben einem traurigen Smiley stand, geht das Google-Tochterunternehmen nun auf Konfrontationskurs mit der Interessensvertretung der deutschen Musik-Urheber.

In anderen Ländern sind sich die Verwertungsgesellschaften mit Google einig geworden (zuletzt in Italien und Portugal, nun in insgesamt 33 Ländern), die deutsche GEMA, die als nicht gerade Internet-affin gilt, fordert aber seit Jahren eine höhere Vergütung für ihre Mitglieder.

Die Logik ist klar: Beim Abspielen von Musik im Internet sollen wie im Radio oder im Fernsehen auch die Komponisten etwas von dem Erfolgs-Kuchen ihres Werks abbekommen. Google macht mit den Anzeigen drumherum sicher kein schlechtes Geld, warum sollten die Urheber für ihre Inhalte nicht mitvergütet werden? Prinzipiell wird die Urheberrechts-Logik von YouTube auch nicht infrage gestellt, Uneinigkeit herrscht lediglich bei der Höhe der Vergütung.

In den ersten Verhandlungsrunden hatte die GEMA noch weltfremde 12 Cent pro Videoaufruf gefordert, in den vergangenen Gesprächen war es allerdings um weniger gegangen. Wo die GEMA eine feste Vergütung pro Abruf fordert, möchte Google lieber ein Beteiligungsmodell an den Werbeerlösen.

Nun hat die GEMA erneut Klage zur Sperrung einiger Videos eingereicht, und YouTube hat das Tischtuch mit der GEMA-Nennung wohl deutlich zerschnitten. Eine Einigung scheint nach der erneuten Eskalation in weiter Ferne zu liegen. So lange bleibt es den Usern noch selbst überlassen, ob sie ein gewünschtes Video dann auf einem anderen Video-Portal sehen oder die YouTube-Sperre umgehen wollen.

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