Zalando-News: Auf dem Weg zur ersten Umsatz-Milliarde?

Jan Schultze

Marketingstrategien? Umsatzzahlen? Börsenpläne? Bislang hielt sich Zalando mit der Offenlegung seiner Unternehmenspolitik eher diskret zurück. Nun jedoch verrieten die drei Geschäftsführer in einem Interview mit der “Wirtschafts-Woche”, warum Fernsehwerbung doch nicht so wichtig ist, dass man mit den aktuellen Umsätzen ganz zufrieden sei und – wesentlich mehr aber eigentlich auch nicht.

Zalando-News: Auf dem Weg zur ersten Umsatz-Milliarde?

Der rapide Aufstieg Zalandos zu einem der erfolgreichsten Internetunternehmen weltweit hat bei Verbrauchern und in Wirtschaftskreisen nicht nur für Bewunderung und Anerkennung gesorgt. Die beispiellose Expansionspolitik (siehe zum Beispiel den Ausbau des Erfurter Logistikzentrums), eine offensiv geführte Marketingstrategie mit teilweise marktschreierisch wirkenden TV-Spots und die unermesslich breite Streuung von Werbeanzeigen inklusive der angebotenen Gutscheincodes von Zalando auf sämtlichen großen Plattformen lassen Fragen darüber aufkommen, wohin Zalando zukünftig steuern will und welche Pläne die drei Geschäftsführer, Robert Gentz, David Schneider und Rubin Ritter, genau verfolgen. In einem Interview mit der „Wirtschaftswoche“ äußerten sie sich nun erstmals genauer über die Firmenperspektive und das Erfolgsrezept des Schuh- und Modeversandhändlers – ohne sich hinsichtlich der interessanten Fragen allzu sehr in Details zu verlieren.

„Zu aktuellen Zahlen wollen wir uns nicht detailliert äußern“, beantwortete Rubin Ritter die Frage nach den diesjährigen Umsätzen; dennoch ließ er durchblicken, dass man mit den derzeitigen Entwicklungen „zufrieden“ sei. Ob denn in diesem Jahr die Umsatzgrenze von einer Milliarde Euro überschritten würde? „Lassen Sie sich überraschen“, heißt es da nur vielsagend.

Anders als man sonst gemeinhin vermutet, würde jedoch nicht ein Großteil der Marketing-Ausgaben in die Produktion von Fernseh-Werbefilmen, sondern vielmehr in den Online-Bereich investiert werden: „TV hilft der Markenbekanntheit und dem Vertrauen in die Marke, die Kunden werden jedoch nach wie vor mit Online-Marketing gewonnen“, so Robert Gentz, der hinsichtlich des TV-Sponsorings für den gesamteuropäischen Markt kein „allgemeingültiges Erfolgsrezept“ benennen kann, zumal die Bedürfnisse von Land zu Land unterschiedlich seien.

Ob demnächst mit einem Börsengang zu rechnen sei, würde man zu gegebener Zeit entscheiden: Es gelte erstmal, die nächsten zwei, drei Jahre abzuwarten. Vielleicht hat ja auch das abschreckende Beispiel des Facebook-Börsengangs derartige Pläne vorerst in den Hintergrund rücken lassen.

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