Zalando sei Dank: Traditionsunternehmen unter Zugzwang

Jan Schultze
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Die Expansion des Online-Versandhändlers Zalando sorgt für Unruhe bei den etablierten Versandhäusern. Nachdem bereits Neckermann offiziell den Stellenabbau angekündigt hatte, zeigen sich nun auch erste Krisenerscheinungen bei der Traditionsgruppe Otto – obwohl es noch niemand wirklich zugeben mag.

Kaum ein Unternehmen hat in den letzten Jahren einen derartig rasanten Aufstieg erlebt wie der Online-Versandhändler Zalando (siehe auch zum Thema die aktuellen Zalando Gutscheine sowie Gutscheincodes). Aus einem kleinen Berliner Büro, das 2008 gerade einmal 15 Mitarbeiter beschäftigte, ist inzwischen ein deutsches Großunternehmen geworden, das nun, scheinbar unaufhaltsam, den europäischen Markt erobert. Dazu wird weiter am Ausbau des Erfurter Lagerzentrums gearbeitet, im Brandenburgischen Brieselang sollen zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden.

Das sorgt für reichlich Ernüchterung bei der Konkurrenz, vor allem die Schuhbranche ist reichlich ins Schlingern geraten. Beim traditionellen Versandriesen Neckermann musste man bereits vor einiger Zeit die Entlassung von 2500 Mitarbeitern verkünden, beim anderen Branchenriesen Otto äußerte sich der Unternehmenssprecher bezüglich der deutlichen Umsatzeinbußen ebenfalls nicht sehr euphorisch: “In erster Linie werden wir versuchen, die Kosten durch organisatorische Veränderungen und materielle Einsparungen zu reduzieren”, hieß es da. Ob es jedoch tatsächlich zu einem Stellenabbau im größeren Umfang kommen soll (davon wären immerhin mindestens 4000 Mitarbeiter betroffen), konnte noch nicht bestätigt werden. Zur Otto-Gruppe gehören unter anderem Marken wie Bonprix und Trois Suisse, insgesamt arbeiten etwa 54000 Menschen für das Traditionsunternehmen.

Bei Europas Marktführer unter den Schuhhändlern, Deichmann, gibt man sich dagegen noch betont gelassen: Immerhin konnte man zuletzt ein leichtes Umsatzplus verzeichnen, trotz der massiven Konkurrenz aus dem Netz. Wie der Sprecher Ulrich Effing erklärte, schwöre man auch weiterhin auf das Konzept der klassischen Filiale, in welcher der Kunde jene Schuhe aussuchen und anprobieren könne, die er im besten Fall später über den Online-Shop von Deichmann bestellt. Zwar würde man die Entwicklung des Online-Versands aufmerksam verfolgen, jedoch “setzen wir auch auf die sinnliche Erfahrung des Schuhkaufs, die vor allem weibliche Kunden lieben”, so Effing.

Wenn sich der Unternehmenssprecher von Deichmann da mal nicht irrt: Die progressiven Zalando-TV-Kampagnen haben schließlich gezeigt, wie sinnlich die Erfahrung der Online-Bestellung für die weibliche Kundschaft sein kann – vor allem, wenn nach kurzer Zeit der Paketbote vor der Tür steht...

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