Zu viel Geld verdient: Apple kauft Apple

Holger Blessenohl

Onkel Dagobert droht im Geldregen zu ertrinken. Fast 100 Milliarden US-Dollar hat Apple, der wertvollste Konzern der Welt, inzwischen auf der hohen Kante, um andere Unternehmen, Patente, Marken, Konkurrenten oder was sonst grad so gebraucht wird zu kaufen. Dieses Jahr wollte Apple daher seit langem mal wieder Geld ausgeben statt es einzunehmen. Grund zur Freude haben vor allem die Anleger.

Und das gleich in doppelter Hinsicht. Erstens will Apple eine Dividende zahlen, erstmals seit über 17 Jahren. 2,65 Dollar werden die Investoren 2012 pro Aktie bekommen. Wie die Financial Times Deutschland schnell durchrechnete, wird Apple in den nächsten drei Jahren insgesamt 45 Milliarden Dollar an seine Aktionäre auszahlen, was einer Dividendenrendite von 1,79 % entspreche.

Für Aktienbesitzer ebenfalls wichtig ist auch die zweite Mitteilung von Apple-CEO Tim Cook. Demnach will Apple mit dem vielen Geld weder Samsung, noch Microsoft, Motorola, Google, HTC noch Kanada kaufen, sondern einfach sich selbst. Insgesamt 10 Milliarden Dollar sollen in den Rückkauf von Aktien gesteckt werden. Durch den Kauf von Apple-Aktien durch Apple selber dürfte sich der Wert der einzelnen Aktie noch einmal erhöhen, da sich die Anzahl der an der Börse gehandelten Aktien verringert. Zudem kann Apple auf diese Weise den Eigenkapitalanteil, also den vom Unternehmen selbst kontrollierten Geldanteil, erhöhen. Allzu große Auswirkungen auf den Wert der Aktie dürfte die Aktion aber nicht haben, die Rückkäufe sollen sich über mehrere Jahren hinziehen.

Ob es bei diesen Ausgaben bleibt, ließ Cook offen. Apple hatte bereits in der Vergangenheit immer wieder kleinere Wettbewerber schnell aufgekauft, wenn diese eine interessante Technologie besaßen. Cook stellte auf der Hauptversammlung klar, dass sich Apple diese Option auch weiterhin offen hält und genug Bargeld-Reserven in der Hinterhand behält, um schnell Zukäufe tätigen zu können.

Via FTD

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