How To: Zweitmonitor unter Windows benutzen

DualMonitor
Der Trend geht eindeutig zum Zweitmonitor. Ob vergrößerte Excel-Tabellen oder Textdokumente , Programmcode und Ausgabe gleichzeitig im Bild für den Entwickler, Werkzeugpalette und Ergebnis auf getrennten Schirmen, Spiele mit Cockpit-Feeling oder einfach nur E-Mail-Client, Messenger oder Facebook ständig im Blick  – Es gibt eigentlich nichts, was auf zwei Bildschirmen nicht besser ginge als mit einem. Oder vielleicht gleich drei?

Versprochen: Wer einmal mit zwei Monitoren gearbeitet hat, wird nie mehr darauf verzichten wollen.

Die technische Voraussetzung ist simpel: Die verwendete Grafikkarte sollte zwei Monitoranschlüsse haben. Das ist eigentlich bei jedem halbwegs aktuellen Board auch schon in der Unter- oder unteren Mittelklasse üblich. Im Prinzip ist es egal, ob es sich dabei um zwei analoge VGA-Buchsen, zwei digitale DVI-Anschlüsse oder eine Kombination aus beidem handelt. Die eingesetzten Monitore müssen nur dazu passen und eventuell entsprechende Kabel und/oder (DVI-SVGA-) Adapter vorhanden sein.

Welche Monitore passen zusammen?

Grundsätzlich gibt es keine Einschränkung bei Bauart oder Größe der beiden verwendeten Monitore. Windows bzw . der Grafiktreiber kommt problemlos mit zwei Teil-Desktops unterschiedlicher Auflösung zurecht. Wie sinnvoll exotische Kombinationen (zum Beispiel ein 17-Zoll Röhrenmonitor neben einem 24er Breitbild-TFT) in der Praxis sind, ist allerdings eine andere Frage. Zieht man in genanntem Beispiel etwa ein nahezu formatfüllendes Fenster vom hochauflösenden Flachbildschirm auf das kleinere Röhrendisplay, wirkt es zum einen wegen der Krümmung der Bildschirmoberfläche plötzlich verzerrt und passt zum anderen schlichtweg nicht komplett auf die sichtbare Fläche.

Am sinnvollsten und elegantesten ist in den meisten Fällen die Verwendung zweier identischer Schirme, oder zumindest zweier Monitore mit gleichem Formfaktor und Auflösung. In letzterem Fall muss man sich unter Umständen an verschiedene Bildqualitäten, Ausleuchtungen oder Farbintensitäten gewöhnen oder geduldig Bildeinstellungen justieren.

Der Hauptmonitor wird in der Regel frontal und mittig stehen, wie vom Einzelbildschirm gewohnt. Ob der Zusatzmonitor rechts oder links davon anschließt, ist eine Frage des Geschmacks, der Arbeitsweise und nicht zuletzt der Platzverhältnisse auf dem Schreibtisch.

Windows richtig einstellen

Schon mit Windows XP kein Hexenwerk, ist die Einstellung unter Windows Vista und 7 noch simpler geworden: Mit der rechten Maustaste auf den Desktop klicken und “Bildschirmauflösung” wählen. Sind beide Monitore korrekt angeschlossen und eingeschaltet, werden sie im folgenden Fenster grafisch dargestellt und entsprechend ihrer eingestellten Bildauflösung skaliert.

Ein Klick auf „Identifizieren“ hilft zudem bei der Zuordnung der Monitore, nützlich bei zwei gleich großen Schirmen. Auf dem ersten wird für etwa zwei Sekunden eine große weiße „1“ dargestellt, auf dem anderen entsprechend eine „2“. Zur korrekten Ausrichtung lassen sich die beiden Monitorsymbole einfach mit der Maus an die richtige Position ziehen. Dann noch den “Hauptschirm”, also den, auf dem zum Beispiel die Taskleiste und das Startmenü stehen sollen, anwählen und die Option “Diesen Bildschirm als Hauptbildschirm verwenden” anklicken.Dann den Zweitmonitor markieren und unter Mehrere Anzeigen: “Diese Anzeige erweitern” anklicken. Die Option “Diese Anzeigen duplizieren” würde auf beiden Monitoren denselben Inhalt darstellen. Kurz testen, ob der Mauszeiger auf der richtigen Bildschirmseite zum anderen Monitor springt (wenn nicht, die beiden Bildschirmsymbole per Drag&Drop vertauschen) – fertig.

In den Konfigurationsprogrammen von ATI/AMD- und Nvidia-Grafikkarten gibt es jeweils eine eigene Einstellmöglichkeit für den Mehrschirmbetrieb. Diese ist in der Regel der Windows-eigenen vorzuziehen, aber nicht zwingend notwendig.

Ab sofort gelten beide Teil-Desktops als einzelne große Arbeitsfläche. Fenster, Dialogboxen und Icons lassen sich einfach hin- und herschieben, die Tastenkombinationen ++  bzw. ++ plazieren auch maximierte Fenster auf den einen oder anderen Monitor.

Weitergehende Funktionen, wie zum Beispiel unterschiedliche Hintergrundbilder und Screensaver oder eine erweiterte Taskleiste erfordern allerdings spezielle Zusatz-Tools. Mehr dazu im Loadblog-Beitrag Nützliche Multimonitor-Tools.

Darf’s noch einer mehr sein?

Nicht wenige, die sich an den Komfort des Zweitmonitors gewöhnt haben, wollen früher oder später mehr. Es müsste doch genau so einfach sein, einen dritten Bildschirm anzuhängen! Dazu gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute zuerst: Es geht! Die schlechte: Der Hardware-Aufwand ist ungleich größer. Es gibt im wesentlichen drei Möglichkeiten:

  • Neuere ATI-Grafikkarten der HD-5ooo-Serie bieten eine Technologie namens „Eyefinity“, die sogar bis zu sechs parallel angeschlossene Monitore erlaubt; drei bei den Standard-Karten (der dritte Monitor benötigt einen Display-Port-Anschluß) und sechs bei einer speziellen Eyefinity-Ausgabe der HD 5870. Im letzteren Fall müssen allerdings alle Monitore per Display-Port verbunden werden; DVI- oder VGA-Anschluß fehlen der Spezialkarte. Für Monitore ohne Display-Port gibt es etwa 40-50 Euro teure aktive Adapter. Eyefinity zielt vor allem auf Spiele ab, da sie (optional) einen einzelnen Monitor mit entsprechend hoher Auflösung simulieren, funktionieren aber auch im normalen Windows-Betrieb.

  • Günstiger ist der Einbau einer zweiten Grafikkarte. Voraussetzung ist lediglich ein freier PCIe-Slot in voller x16-Länge auf dem Motherboard oder eine Grafikkarte mit dem kurzen PCI-x1-Stecker. Alternativ funktioniert meistens auch eine PCI-Grafikkarte in einem entsprechenden freien Steckplatz, natürlich bei technikbedingt magerer Leistung (für den normalen 2D-Bereich aber in der Regel noch ausreichend).

  • Externe USB-Grafikadapter, wie zum Beispiel der abgebildete Delock USB/VGA Adapter lassen sich einfach anstöpseln, sind aber nicht ganz billig und fordern schon etwas Rechenleistung, also eher einen PC ab der oberen Mittelklasse.

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