Adobe Muse: Moderner Webeditor als kostenlose Beta

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Als es Ende der 90er hieß, alle müssten nun ins Netz, schossen einfache Webeditoren aus dem Boden, mit denen jeder ohne weitere Kenntnisse einfache Webseiten erstellen konnte. Adobe kündigt mit Muse nun einen modernen Vertreter an, der heutigen Standards genügen soll.

Adobes Software-Offensive geht weiter. Neulich erst stellten wir euch Adobe Edge vor, mit dem komplexere Webanwendungen ohne große HTML5-Kenntnisse erzeugt werden sollen. Nun soll auch die generelle Webseitenerstellung stark vereinfacht werden. Das in die Beta gegangene Designtool Adobe Muse (Arbeitstitel) verknüpft die Bedienbarkeit klassischer WYSIWYG-Editoren mit den Möglichkeiten moderner HTML5-Standards. So jedenfalls der Plan.

Muse richtet sich laut eigenen Angaben vornehmlich an (Print-)Entwickler, die zwar kreativ sind und wissen, wie ihr Produkt aussehen soll, jedoch keine Kenntnisse von Webseitenerstellung haben. Im Erstellungsprozess soll der Anwender praktisch kaum mit Code in Verbindung kommen, stattdessen findet alles über Dropdown-Menüs und das Einfügen von bereitstehenden Grafiken statt. Diese können auch im Photoshop-Format vorliegen und werden entsprechend umgewandelt. Gleiches gilt für Fonts, die nicht web-safe sind. Diese werden einfach als gerenderte Grafiken hochgeladen.

Da Muse auf die separat zu installierende Entwicklerumgebung Adobe Air umsetzt, ist das Tool selbst nur 5 MB klein. Die jetzt veröffentlichte Version ist eine Beta, kann also noch fehlerhaft sein. Insbesondere auf die Nutzbarkeit mit Linux wurde Muse nicht geprüft. Dafür ist Muse derzeit auch noch kostenlos. Im kommenden Jahr soll die finale Version erscheinen und mit einem Abo-Bezahlmodell finanziert werden.

Eine ziemlich kritische Sicht auf Adobe Muse wirft Gerrit van Aaken auf seinem Blog praegnanz.de. Ihm zufolge komme Adobe Muse einem Schritt in die Web-Steinzeit gleich, “als man noch einzelne Seiten festgebacken und mit fixen Text- und Bildarrangements versehen hat.” Im Gegensatz zu PostScript, welches beispielsweise zur Erstellung von Broschüren verwendet wird (und von Adobe als Beispiel für eine lästige Codefrickelei angeführt wird), sei auf Webseiten der Code eben auch Teil der Endproduktes. Und einem mit Adobe Muse erstellten Code sehe man seine Fehlerhaftigkeit eben auch sofort an.

Aus seiner Sicht als Webentwickler, der sowohl mit Code als auch Design hantiert, sicher absolut richtig. Nicht verkannt werden sollte jedoch auch, dass es dort draussen tatsächlich zahlreiche Printdesigner oder sonstige Interessierte gibt, die keine Lust haben, sich HTML/CSS-Kenntnisse anzueignen und auf dem neuesten Stand zu bleiben. Auch ich habe schon vor 10 Jahren mit Dreamweaver einige Designverbrechen begannen, die hoffentlich nie ans Tageslicht kommen. Ein Spaß, diese zu erstellen, war es aber allemal. Wer also Adobe Muse einmal ausprobieren möchte, findet unten den Link zur vorerst kostenlosen Betaversion.

Download
Adobe Muse
Einfaches Tool zur Webseitenerstellung


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