Bekenntnisse eines Software-Junkies #3: Hinter dem Zaun

Marco Kratzenberg

Ein Softwaresüchtiger wie ich hat zwei große Probleme. Er verliert den Überblick über seine Programme und verliert den Überblick über seine Programme.

Hört sich doof an, ist aber einfach zu erklären: Ich weiß zum einen nicht immer, wie viele Programme ich eigentlich installiert habe. Und zum anderen finde ich sie oft auch nicht wieder. Mein Desktop wird zwar ständig aufgeräumt und auch geleert, aber da sammeln sich manchmal schon böse Massen an Programmen an.

Anfangs installiert man lustig vor sich hin und merkt sich einfach, wo die Icons liegen. Doch dann werden es immer mehr. Einige ähneln sich auch so stark, dass man sie nicht mehr allein am Aussehen erkennt. Dann beginnt die nächste Stufe des Programm-Messitums: Man fängt an, die Icons nach Kategorien zu sortieren. Da hat jeder sein eigenes Rezept.

Die Sortiermethoden

Da gibt es etwa die Haufen-Sortierer. Sie haben eine ungefähre Vorstellung vom Verwendungszweck eines Programms und legen in jeder Ecke des Desktops einen Haufen von Icons an. In der Mitte ist der Haufen der oft benutzten Programme. Manchmal wechseln die Icons auch den Platz, wenn ein Bildbetrachter beispielsweise nicht viel kann und daher eher zum Haufen “Tools”, als zum Haufen “Grafik” gehört.

Dann gibt's da noch die Reihen-Sortierer. Sie legen Reihen und Spalten an, ähnlich wie in einer Tabellenkalkulation. Erste Reihe: Officeprogramme. Zweite Reihe, Grafikanwendungen. Dritte Reihe: Tools. Vierte Reihe: Browser. Diese Methode habe ich früher auch angewandt. Sie ist übersichtlich und auch effektiv.

Die Farb-Sortierer gibt es wirklich. Ich habe es selbst gesehen! Dabei handelt es sich in der Regel um sehr optisch orientierte Menschen, die immer ungefähr im Kopf haben, wie das Programmicon aussieht. Und dann sortieren Sie alle Icons nach der hauptsächlichen Farbe. Was für mich nett aussieht, aber das pure, logistische Chaos darstellt, ist für diese Menschen eine funktionierende Methode.

Die Hintergrund-Sortierer haben eine vermeintlich ganz raffinierte Methode. Sie haben sich extra ein passendes Hintergrundbild angefertigt, das einige farblich abgesetzte Kästen oder sogar Schreibtische und Regale enthält, in denen sie dann ihre Programmicons anordnen. Klappt auch ganz gut – bis immer neue Programme hinzukommen.

Der Feind

Der Feind all dieser Sortiermethoden – und deswegen auch der meine – ist der Windowsabsturz. Oft genug wird dabei nämlich die gesamte Anordnung aller Icons mit in den Abgrund gerissen. Was besonders ärgerlich ist, wenn man auch noch mit zwei Monitoren arbeitet. ... und als Softwaresüchtiger Unmengen von Icons sortiert hatte.

Und ein weiterer Feind ist die Bequemlichkeit. Selbst wenn man sich eines dieser vielen Programme besorgt hat, mit dem man die Anordnung der Icons speichern und wiederherstellen kann, muss man sie regelmäßig nutzen. Man muss sie jedes Mal wieder aufrufen, wenn man auch nur ein weiteres Programm installiert, ein Icon verschoben hat. Sehr lästig...

Die Lösung? Der Zaun!

Damit mir die Icons nicht wieder weglaufen, sich in irgendwelchen blöden Haufen verstecken und ich sie ewig suchen muss, habe ich sie eingesperrt. In einen Zaun gepackt...

Fences“, also Zäune, nennt sich ein Programm, in das ich mich von der ersten Minute nach der Installation verliebt hatte. Es gibt mir die Möglichkeit, an beliebiger Stelle auf meinem Desktop ein “Gebiet abzustecken”, es quasi einzuzäunen. Und in diesen Feldern kann ich dann meine Icons ablegen. Bewege ich das Feld, das sich wie ein eigenes Windows-Fenster verhält, so bewegt sich die gesamte Gruppe der Icons mit.

Fences Layout
Fences erlaubt ein völlig freies Layout oder bietet gleich ein paar vorbereitete Anordnungen

Da das Programm beim Windows-Start geladen wird und die ganze Zeit über geladen bleibt, so bleibt auch nach einem Windows-Absturz die Ordnung erhalten. Denn Fences verwaltet die Anordnung jedes einzelnen Bereichs und jedes Icons darin. Diese Fenster verhalten sich ähnlich wie jedes andere Windowsfenster auch. Sie lassen sich verschieben, in der Größe verändern und haben – auf Wunsch – auch eine Titelzeile.

Einen neuen “Zaun” errichtet man ganz einfach, indem man mit der rechten Maustaste irgendwohin auf den Desktop klickt, die Maustaste festhält und einen Bereich aufzieht. Anschließend muss man nur noch einen Namen für den Titel vergeben und fertig ist ein neues “Icon-Gehege”.

Diese Fenster verhalten sich sehr praktisch, indem sie sich aneinander ausrichten. Man kann sie in ordentlichen Gruppen ausrichten, da die Randbegrenzungen sich gegenseitig beeinflussen – was aber kein Zwang ist. Wer will, kann die Bereiche sogar übereinander legen. Was allerdings nicht so viel Sinn macht.

Das Layout kann jeder seinen eigenen Vorlieben anpassen. Das bezieht sich auf die Farben ebenso, wie etwa auf die “Durchsichtigkeit” der Bereiche. Im Idealfall sind die Fenster so gestaltet, dass dahinter der Bildschirmhintergrund noch durchschimmert.

Fences Fensteranordnung
Jeder Anwendungsbereich hat sein eigenes Icon-Gehege

Ein weiteres sehr nettes Feature ist der “schnelle Rückzug”! Führt der Anwender irgendwo auf dem Desktop einen schnellen Doppelklick aus, dann ist der Desktop komplett leer. Alles auf dem Desktop, einschließlich der “Zäune” und selbst “frei herumliegende Icons” werden ausgeblendet und wir haben ein komplett leeres Desktop. Nichts ist mehr zu sehen.

Auch wenn der aktuelle Stand ohnehin gespeichert wird, kann man mit Fences sogenannte “Snapshots” erstellen. Das sind keine Bildschirmfotos, auch wenn es zuerst so aussieht. Vielmehr sind das gespeicherte Zwischenzustände in der Anordnung der Icons und Fences. Will man irgendwann seinen Desktop genauso haben, wie er vor drei Wochen aussah, dann kann man den Snapshot wiederherstellen, der zu dieser Zeit gemacht wurde.

Fazit

Auch wenn ich es nicht wusste, ist Fences genau das Programm, nach dem ich all die Jahre gesucht habe. Wo auch immer ich längere Zeit arbeiten muss, installiere ich sofort dieses Programm. Es gibt nichts besseres, um sein Desktop in Ordnung zu halten und vor allem gibt es nichts besseres, um als Softwarejunkie die Suche nach Programmen ganz stark zu vereinfachen.

Fences Download Button
Fences herunterladen
Icons gruppieren und anordnen

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