Firefox 4 ist fertig: Die endgültige Version des Browsers jetzt downloaden

commander@giga

Aller guten Dinge sind drei. Nach Google Chrome 10 und dem Internet Explorer 9 ist nun auch die neue Generation des beliebten Mozilla-Browsers fertig. Große Überraschungen sind nach der Offenen-Beta-Politik des Herstellers nicht zu erwarten. Firefox 4 kam später als die Konkurrenz – zu spät, oder taugt er, ungeduldige Überläufer zurückzugewinnen?

Hat da wohl jemand bei der Konkurrenz abgeguckt? Auf den ersten Blick ähneln sich zumindest die offensichtlichen Neuerungen bei IE9, Chrome 10 und Firefox 4 schon sehr stark – als wären sie im selben Usability-Lab entstanden. Bei allen ist die für den Webinhalt nutzbare Fläche deutlich größer geworden und alle bedienen sich dazu der selben Mittel. So verlagert auch der neue Firefox die Registerreiter (Tabs) für die einzelnen Webseiten über die Adresszeile, versteckt fast alle Menüpunkte hinter einem einzigen Button und lässt die Statuszeile bis auf gelegentliche kurzfristige Einblendungen verschwinden.

Im Gegensatz zu den beiden Mitbewerbern, die diese recht radikale Abkehr von der alten Bedienoberfläche imperativ festsetzen, darf der umlern-unwillige Firefox-Anwender die gewohnte Ordnung aber wieder herstellen – naja, weitestgehend zumindest. So lassen sich reguläres Menü, Statusleiste und Lesezeichenleiste wieder einblenden und sogar die Tabs wieder zwei Stockwerke tiefer legen.

Ein bisschen anders als gewohnt sieht es trotzdem noch aus – ein wenig Neuorientierung ist nicht zu vermeiden. Der Homepage-Button sitzt jetzt ganz rechts. Der Add-On-Manager ist von einer unscheinbaren Dialogbox in einen eigenen Tab gewandert, „Seite neu laden“ und „Laden abbrechen“ teilen sich nun einen Button, der sich situationsbezogen ändert.

Neue Tab-Funktionen und eigene Lesezeichen-Synchronisation

Eines der wenigen Alleinstellungsmerkmale ist die Fähigkeit, das neu eingeführte „do-not-track“-Tag zu interpretieren. Damit signalisiert der Surfer einer Website, dass er von allzu aufdringlichem Werbe-Stalking lieber verschont bleiben möchte. Das funktioniert aber nur, wenn die jeweilige Webseite diese Funktion überhaupt eingebaut hat – die Akzeptanz bleibt noch abzuwarten.

Recht praktisch ist auch die neue Übersichtsseite für geöffnete Tabs, die sich hier neu ordnen und themenbezogen gruppieren lassen. Mir persönlich hat die “App-Tab”-Funktion am besten gefallen. Tabs lassen sich zugunsten der Übersichtlichkeit komplett auf das Favicon reduzieren und werden beim nächsten Browserstart automatisch mitgeladen. Besonders sinnvoll bei Webseiten, die man ohnehin ständig offen hat, wie Facebook, Twitter oder den bevorzugten Webmailer.

Chrome-Anwendern nicht neu, für Firefox-User bislang nur über das beliebte AddOn XMarks realisierbar ist die Möglichkeit, Links, Passwörter und Browsereinstellungen auf mehreren PCs zu synchronisieren. Jetzt klappt's ohne fremde Hilfe (aber immer noch mit zentral gespeicherten Daten, diesmal bei Mozilla selbst). Die Funktion findet sich unter „Sync einrichten...“ entweder nach einem Klick auf den Firefox-Button oder – bei konventionellem Menü – unter “Extras“.

Doch nicht der schnellste Browser – aber fast

Die Änderungen unter der Haube sind zwar einschneidend, für aufmerksame Konkurrenz-Beobachter aber auch nicht mehr spektakulär. HTML5- und WebGL-Unterstützung sind einfach zeitgemäß, das Trennen der Tabs in einzelne Threads, die ganz einsam für sich abstürzen dürfen, ohne den Rest des Browsers ins Nirvana zu reißen, ebenfalls. Die neue Java-Rendering-Engine namens „Jaegermonkey“ war dringend notwendig – kam doch der selige 3er-Firefox mit den Anforderungen moderner Webseiten einfach nicht mehr mit und nervte mit zunehmender Trägheit.

Den schnellsten aller Browser hat Mozilla mit dem Vierer nun doch nicht gebaut, doppelt tragisch, sind doch viele Anhänger gerade wegen des Tempos zum Newcomer Google Chrome abgewandert.  Zumindest in synthetischen Benchmarks wie dem Javascript-Test Sunspider wird der neue Firefox (Testergebnis 575 ms auf einem Office-PC der unteren Mittelkasse) aber nicht etwa vom Google-Browser (766 ms), sondern überraschend vom neuen Internet Explorer 9 (499 ms) abgehängt. Ein ähnliches Bild ergibt sich im Grafiktest FishIE Tank. Aber schnell genug, um den einen oder anderen zähneknirschend zum Chrome-Turbo abgewanderten Abtrünnigen zurückzuholen, ist Firefox 4 allemal.  Nur zum Vergleich: Firefox 3.6 quälte sich 1872 ms lang, also mehr als dreimal so langsam wie der FF4, durch den Sunspider-Test. Und schließlich ist die Wahl des Webbrowsers bei großen Teilen der Anwenderschaft nicht nur technisch, sondern auch ein bisschen politisch-religiös motiviert.

Der untenstehende Link führt zum Download des neuen Firefox 4 – übrigens nur zur 32-Bit-Version, die auch auf einem 64-Bit-Windows problemlos läuft. Eine echte 64-Bit-Ausgabe war zwar ursprünglich angekündigt, ist aber mittlerweile klammheimlich unter den Tisch gefallen oder zumindest auf unbestimmte Zeit verschoben.

Firefox 4.0 32-Bit
Die finale Version des aktuellen Mozilla-Browsers

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