Software fürs Studium (1): Diese Freeware braucht jeder Student

Frank Ritter

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Eine Liste von Freeware für Studenten – ist das nicht gerade der falsche Zeitpunkt? Nun ja, das Ende der Vorlesungszeit steht kurz bevor und die meisten Studierenden und Studierendeninnen freuen sich auf ein paar unbeschwerte Tage im Freibad, der alten Heimat oder auf das Jobben während der Semesterferien. Trotzdem müssen im heimischen Kabuff noch Exzerpte und Hausarbeiten verfasst werden und es ist sicher auch nicht falsch, jetzt schon einmal an das nächste Semester zu denken. Aus diesem Grund starten wir vom LoadBlog unsere Serie mit Tipps zu kostenloser Software fürs Studium genau jetzt.

Die beste Software für’s Studium — Teil 1: Allgemeine Freeware für PC und Mac

Neues Semester, neuer Laptop? Das ist doch mal was. Aber was installiert man nun auf dem Gerät? Wir schauen uns nach studienrelevanter und studiumnaher Freeware um. Im ersten Teil unseres Specials behandeln wir Freeware der allgemeinen Art, also solche, die man für jedes Fach gebrauchen kann oder auch für das Studentenleben drumherum, fächerspezifische Tools nehmen wir später in den Fokus.

Google Chrome

Google Chrome
Ohne Internet geht heute nichts mehr. Wer einen schnellen Browser verwendet, ist klar im Vorteil. Webapps, unter anderem natürlich alle Google-Produkte, funktionieren in Google Chrome schneller als in anderen Browsern. Und Webapps verwendet man im Studium viele. Dazu später mehr.

Alternative: Opera. Auch sehr schnell, viele integrierte Funktionen, aber nicht sehr gut erweiterbar.

PDF-Tools: Sumatra PDF, Scan2PDF, PDF Creator

Screenshot SumatraPDF

Minimalistischer PDF-Reader: SumatraPDF

Im Studium läuft vieles über PDF-Dateien. Skripte, Quellentexte, Handouts – PDFs sind aus dem Studienalltag nicht mehr wegzudenken. Um mit dem Dateityp umzugehen, braucht es keine sündhaft teure und schwerfällige Software von Adobe, mit Freeware geht vieles sogar schneller, besser – und natürlich kostenlos.

Zum Lesen von PDF-Dateien empfehlen wir Sumatra PDF. Das Programm ist nicht mal 1 MB groß und hat eine auf das Allernötigste konzentrierte Benutzeroberfläche, ist aber im Vergleich zum Adobe Reader wahnsinnig schnell. Alternative: Auch noch relativ schnell, aber nicht ganz so minimalistisch ist der Foxit Reader.

Zum Erstellen von PDFs kommt am besten der PDF Creator zum Einsatz. Nach der Installation kann man aus jedem Programm heraus einfach die “Drucken”-Option wählen und der virtuelle Druckertreiber vom PDF Creator wirft eine PDF-Datei aus.

Wenn man Studienunterlagen digitalisiseren will, hilft Scan2PDF. Das Tool ermöglicht das reihenweise Einscannen von Dokumenten in das PDF-Format. Wer seine Unterlagen digital archiviert, erspart sich die Schlepperei von Papiermassen, Warten am Kopierer und die Kopierkosten, kann auch mal einfach einen Quellentext weiterleiten und hält leichter Ordnung. Die Umwelt wird natürlich auch geschont.

Evernote

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Bei Evernote handelt es sich um das Schweizer Taschenmesser für Notizen und alle Dinge, die man sich merken möchte. Evernote ist ein Webservice, mit dem man sich sowohl über eine Desktop-Anwendung als auch per App für iPhone und Android verbinden kann. Wenn man im Hörsaal sitzt und das Tafelbild fotografiert, wird das Foto automatisch überall verfügbar gemacht. Nun kann man nicht nur die Informationen auf dem Foto mit Schlagworten versehen – Evernote kann das Bild auch gleich in Text umwandeln (sofern der Dozent eine halbwegs lesbare Handschrift hat). Und das ist nur eine der coolen Funktionen von Evernote, die die Software und App zu einem idealen Studienbegleiter machen. Wer mehr erfahren will: Wir haben Evernote im LoadBlog bereits ein dreiteiliges Themenspecial gewidmet.

OpenOffice/AbiWord/Google Docs

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Freier Gigant: OpenOffice

Zwar gibt es MS Office für Studenten billiger, aber auch hier existieren kostenlose Alternativen, die in manchen Bereichen dem Platzhirsch von Microsoft überlegen sind. OpenOffice ist so ein Beispiel. Eine vollwertige Office Suite, die zwar Ecken und Kanten hat, aber dafür komplett kostenlos ist. OpenOffice gibt’s nicht nur für Windows, sondern auch für Linux und Mac.

Wer nur eine Textverarbeitung sucht, sollte sich AbiWord anschauen, eine einfache, aber funktionsreiche Textverarbeitung, die sich relativ stark an MS Word orientiert.

Wer die meiste Zeit online ist, kann sich das Installieren von Software sogar ganz sparen und stattdessen auf Googles Online-Office “Docs” (deutsch: “Google text & tabellen”) setzen. Vorteil: Es muss nichts installiert werden, die Daten sind überall abrufbar, und die Performance ist fast genauso gut wie mit Desktop-Programmen – vor allem in Browsern wie Chrome und Opera. Genial an Google Docs ist die Möglichkeit, dass mehrere Nutzer Dokumente gleichzeitig bearbeiten können.

Skype

skype
Wer nicht in der Heimat studiert, sondern wegzieht oder sogar ein Auslandssemester macht, wird sicher mal einen melancholischen Anflug von Heimweh haben. Da tut ein Videotelefonat mit der Homebase gut. Eine ganze Reihe von Programmen haben eine Videochat-Funktion, aber Skype ist natürlich der Klassiker. Durch die Konferenzfunktion kann man übrigens auch gut dezentrale Referatstreffen veranstalten.

Pidgin/Adium

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Wer kennt das Problem nicht – die Family nutzt ICQ, der Freundeskreis MSN und die Leute von der Uni alle Facebook Chat. Muss man zig Chatprogramme und Browsertabs gleichzeitig aufhaben? Natürlich nicht. Wer mehrere Netzwerke in einem Messenger haben will, muss sich einen Multi-Messenger installieren.

Pidgin ist ein sehr praktischer Messenger für alle wichtigen Netze. Klein, nicht allzu Ressourcen fressend und vor allem werbefrei. Über Plugins lassen sich weitere Netzwerke als hinzufügen. Sogar Skype kann so eingebunden werden, jedoch muss Skype im Hintergrund laufen. Für den Mac ist das Programm als Adium bekannt.

Alternativen: Trillian und Miranda oder die Webservices Meebo und imo.im (wir berichteten).


DarkRoom

DarkRoom Screenshot
Auf dem ersten Blick ist DarkRoom ein unscheinbarer Texteditor ohne viele Funktionen. Auf den zweiten Blick eines der besten GTD-Tools die man sich vorstellen kann. Der Clou ist, dass Dark Room sich als Vollbild-Overlay über den gesamten Bildschirm legt und man so keine Möglichkeit hat, sich von Webbrowser, E-Mail-Programm, MP3-Player oder Computerspiel optisch ablenken zu lassen. Das Tool besitzt keine Formatierungsmöglichkeiten, gespeichert wird automatisch. Reduced to the max eben. Mac-Nutzer greifen auf Write Room zurück, das jedoch Geld kostet. Trotzdem eine gute Investition für jeden, der sich gerne mal zum Prokrastinieren verleiten lässt.

Steereo/Simfy

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Zwischendurch Musik hören? Keine MP3s auf der Festplatte? steereo und simfy helfen. Die Services bietet kostenlosen Streaming-Zugriff auf Millionen von Songs, die man sich in eigenen Playlists sortieren kann. Musik gehört werden kann entweder per Browser oder über eine eigenständige Anwendung.

Gegen Bezahlung gibt’s bei beiden Diensten mehr Songs, bessere Qualität, keine Werbung und Apps für iPhone und Android. Die Premium-Mitgliedschaft bei simfy ist etwas teurer, deren Design wirkt aber etwas aufgeräumter. Was man nimmt, ist Geschmacksfrage. Uns gefallen sowohl simfy als auch steereo.

Dropbox

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Wer daheim einen Rechner stehen hat, aber oft mit Laptop, Netbook und/oder Smartphone unterwegs ist, wird Dropbox zu schätzen lernen. Dropbox ist ein in der Basisvariante kostenloser Service mit angeschlossener Software, der Dateien auf jedem Rechner und Smartphone verfügbar macht. Das gute daran ist die einfache Einrichtung nach dem Motto “Fire & Forget”. Man erhält auf dem Rechner einen einzelnen Ordner “My Dropbox”. Alles, was darin landet, ist sofort auch auf den anderen Rechnern und Smartphones verfügbar, auf denen Dropbox installiert ist. Außerdem kann man auf die Dateien auch online zugreifen, selbst ältere Versionen der Dateien werden gesichert. Anfangs hat man mit einem kostenlosen Dropbox Account 2 GB Speicher zur Verfügung. Der kann aber gegen Bezahlung oder durch Weitermpfehlen von Dropbox an Freunde aufgestockt werden. Unserer Fazit: Dropbox ist ein genialer Ersatz für USB-Sticks.

Welche Tools nutzt ihr?

Habt ihr noch ein paar Tools, auf die ihr im Studentenleben nicht verzichten wollt? Lasset uns teilhaben und kommentieret eifrigst. Im zweiten Teil werden wir uns übrigens mit fachspezifischen Freeware-Programmen beschäftigen. Dranbleiben!

Bild “Studenten auf dem Campus”: thomcochrane (cc)

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