Kreuzfahrt ins Ungewisse - The Ship

Leserbeitrag
130

(Dennis) So eine Kreuzfahrt ist einfach Luxus pur. Es gibt wohl nichts erholsameres als an Deck die frische Meeresbrise zu genießen und eine Runde spazieren zu gehen. Zumindest solange bis ein unbekannter Passagier sich von hinten anschleicht und dann plötzlich eine Axt zückt, nur um zu beweisen, dass der Mensch doch mehr im Kopf hat als ein Vakuum. Hört sich an wie eine Szene aus einem Hitchcock Film oder einem Agatha Christie Roman? Könnte durchaus sein, denn The Ship liefert mindestens genausoviel Spannung.

Kreuzfahrt ins Ungewisse - The Ship

Innovative Spielideen sind spärlich gesät in der Welt der Videospiele. Die X-te Fortsetzung eines Spiels verkauft sich nun mal einfach besser als eine komplett neue Idee. Hin und wieder allerdings schafft ein Entwickler-Team etwas gänzlich neues und begeistert Spieler dieser Welt für neue Ideen. Eine davon findet Ihr in “The Ship” aus dem Hause Outerlight. Was die schottischen Entwickler hier abliefern ist wirklich ein feines Stück Software.

In “The Ship” geht es darum einen Mord zu begehen. Als Passagier eines Kreuzschiffes habt Ihr nur ein Ziel: Eure Zielperson zu eliminieren. Diese wird Euch am Anfang der Runde genannt. Außerdem bekommt Ihr alle 30 Sekunden einen Hinweis wo sie sich gerade befindet. Das Ziel weiß wiederum nicht von wem es verfolgt wird. Der einzige Haken an der Sache: Ihr werdet ebenfalls von einer Euch nicht bekannten Person gejagt. Wie kommt man nun am besten zum Ziel? Nun ja, es gibt ein paar Regeln die beachtet werden müssen.

1. Ihr müsst erst einmal herausfinden, welche der Personen die richtige ist. Wie im echten Leben kennt Ihr die Namen der Passagiere nicht, sondern seht erst mal nur 3 Fragezeichen. Erst wenn Ihr diese Person anklickt, erfahrt Ihr wie diese heißt. Wer die falsche Person umnietet wird mit Geldstrafen belegt und kann gar vom Server gekickt werden.

2. Ihr habt nicht von Anfang an eine Waffe bei Euch. Generell gilt aber: Was Ihr auf dem Schiff findet, könnt Ihr auch als Waffe missbrauchen. Schränke und Truhen können hierbei nach Herzenslust durchstöbert werden. Auch hier kann man sehr erfinderisch sein: Bin ich plump und nehme die Axt, welche offensichtlich rumliegt? Oder schnappe ich mir doch lieber den Billard Queue und probiere damit mein Glück? Bestimmte Waffen “belohnen” Euch bei einem erfolgreichen Mord mit mehr Geld als Andere.

3. Ein Mord darf nicht gesehen werden. Bei “The Ship” handelt es sich nicht um den üblichen 08/15-Shooter bei dem man einfach alles niedermetzelt, was einem über den Bildschirm läuft. Viele Bereiche des Schiffes sind mit Kameras oder Wachpersonal ausgestattet. Zückt Ihr eine Waffe vor deren Augen geht es für einen gewissen Zeitraum ab ins Gefängnis. Und da Ihr dort erst mal nicht weg könnt, seid Ihr da auch besonders angreifbar.

4. Jeder Mensch hat Bedürfnisse. Auch bei “The Ship”. Euer Charakter muss irgendwann mal essen, schlafen, aufs Klo, sich unterhalten und gar auch mal ein Buch lesen oder ne Runde Pool spielen. Folgt Ihr nicht Euren Bedürfnissen kommt es zu “Aussetzern”, die Euch das Spiel erschweren.

“The Ship” bietet auch einen Singleplayer-Modus. Aber ähnlich wie bei “Battlefield” kann man diesen getrost vergessen. Dafür gibt es fünf Online Modi: Hunt, Elimination, Deathmatch, Duell und Environments.

Optisch sieht das Spiel, trotz Source-Engine eher mittelprächtig aus. Dafür ist das Szenario des Kreuzschiffes während der 20er Jahre wirklich gut gewählt und erzeugt wirklich die Atmosphäre eines klassischen Krimis.

Ich mag “The Ship”. Das Spiel schafft es wirklich eine unglaubliche Spannung zu erzeugen. Die Kombination aus Jäger und Gejagtem geht einem wortwörtlich unter die Haut. Sobald man mitbekommt wie man verfolgt wird, lässt man diese Person nicht mehr aus den Augen. Doch was, wenn sie gar nicht der Killer ist? Und dann muss ich ja auch noch meinen eigenen Auftrag erledigen. Hinzu kommt eben noch der “Sims”-Faktor der Bedürfnisse. Es gibt wohl nichts cooleres als einen Gegner zu erledigen, der gerade auf der Toilette ist. “Abgekackt” nennt man das auch im Fachjargon. ;-)

Neue Artikel von GIGA SOFTWARE

GIGA Marktplatz