Lernen durch Spiele - Können Videospiele intelligenter machen?

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(Pille) Mit dem Trend von Casualspielen in den letzten Jahren, die neben dem typischen Coregamer ganz neue Altersgruppen mit dem Medium Videospiele in Berührung brachten, etablierten sich auch Denkspiele, wie Dr. Kawashimas Gehirnjogging und Big Brain Academy. Die breite Öffentlichkeit scheint also schon an die Tauglichkeit von Videospielen zur Verbesserung der Denkfähigkeit zu glauben. In amerikanischen Schulen wird nun verstärkt auf Lernsoftware gesetzt.

Lernen durch Spiele - Können Videospiele intelligenter machen?

Der sechstgrößte Schuldistrikt der USA, der Broward County Public Schools-Distrikt (BCPS), gab gestern bekannt, dass sie die “Tabula Digita’s DimensionM video gaming software”, eine Mathe-Lernsoftware, an 24 “middle schools” im US-Bundesstaat New York liefern werden.

“Schüler mögen es natürlich, durch Spiele zu lernen und das Format der virtuellen, dreidimensionalen Welten wirkt sehr einnehmend auf die Kinder. Lernsoftware ist ein hochgradig motivierendes Werkzeug, die einem sehr gut dabei hilft, komplexe Themen wie Mathematik zu vermitteln.”, äußerte sich Jeanine Gendron, Ed.D., Direktorin des Landesverbandes für Lehrreiche Technologie, zu diesem Thema.

Besonders in der Mittelstufe würde es bei vielen Schülern an Motivation mangeln, da Schüler den Stoff als schwierig ansehen würden. Man habe beobachtet, dass die Tabula Digita Software einen sehr positiven Einfluss auf die “Aufmerksamkeit” der Schüler hätte, so Gendron weiter.

Die Entscheidung, die Lernsoftware an amerikanischen Schulen in den Lehrplan aufzunehemn, war das Ergebnis eines langen Prozesses, in dem das Spiel vorgestellt, begutachtet und getestet wurde. Erstmalig wurden Vertreter des BCPS auf der National Council of Supervisors of Mathematics (NCSM) Jahreskonferenz in Salt Lake City in diesem Jahr aufmerksam.

Die verschiedenen Lernsoftwares von Tabula Digita bieten sowohl die Möglichkeit des Singleplayer, als auch des Multiplayerspiels an. Der Lehrer hat zudem die Möglichkeiten, die Fortschritte des einzelnen Schülers zu betrachten, so dass er bei spezifischen Problemen helfend eingreifen kann.

Wäre dieses Konzept auch für deutsche Schüler vorstellbar? Lernsoftware gibt es auch hierzulande schon lange, das ist keine Besonderheit. Interessant wird es aber, wenn die Programme nicht nur als grafisch hübsche Oberfläche für Matheaufgaben dienen, sondern “echtes” Gameplay mit Lerninhalten verbinden. Wenn in einem gut designten SPIEL, Lerninhalte geschickt eingebunden werden, so wären Schüler sicherlich viel eher bereit, dem Unterrichtsstoff ein oder zwei Blicke zu widmen.

Der Einzug von digitalen Medien in deutsche Lehrpläne gestaltet sich generell noch eher zurückhaltend. Der unterrichtsbezogene Gebrauch von Computern an deutschen Schulen zählt insgesamt noch zu den seltenen Highlights im Wochenablauf eines Schülers.

Dabei würde der verstärkte Gebrauch von Computern an deutschen Schulen wahrscheinlich mehr bringen als nur einen kleinen Motivationsschub.

Da aktuell die Schüler dem Lehrpersonal in Sachen Computerkentnissen in den meisten Fällen um Längen vorraus sind, dürfte bis dahin allerdings noch die eine oder andere Dekade ins Land ziehen.

Kein Hindernis für uns. Heute Abend in GIGA The Show möchten wir gerne das Potenzial von digitalen Lernmedien beleuchten und haben dazu Dagmar Missal, Leiterin Lernmittelkonzepte, Leben mit Medien, Medienberatung NRW und Frau Dipl.-Ing. Bärbel Wolf, Lehrerin für Datenverarbeitung und Wirtschaft, Sebastian-Lucius-Schule Erfurt live im Telefoninterview.

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