FXpansions DCAM Synth Squad versucht mit drei Synth-Modellen sowie einer Modulations- und Layering-Umgebung, sich dem analogen Idealklang zu nähern.

Seit Software-Synthesizer erhältlich sind, besteht ein Großteil der Klangerzeuger aus Emulationen analoger Synth-Klassiker der 60er-, 70er- und 80er-Jahre. DCAM Synth Squad verfolgt jedoch einen etwas anderen Ansatz. Anstatt sich spezifische Vorbilder he­r⁠auszusuchen und diese am Computer nachzustellen, setzt FXpansion darauf, die Quintessenz bestimmter Syntheseformen nachzubilden und so Archetypen verschiedener Synth-Klassen wie FM-, String- oder Mono-Synth zu entwickeln.

Die Synths

Amber emuliert den Sound altehrwürdiger String-Synths aus den Siebzigern. Die Synthese-Abteilung setzt sich aus einem Ensemble- und einem Synth-Generator zusammen. Während die Ensemble-Sektion mit Hilfe eines vierbandigen Formantfilters in Form gebracht wird, bearbeitet ein klassisches Ensemble aus Hoch- und Tiefpass-Filtern die Synth-Sektion. Ein anschließender Chorus sorgt für einen dichten Sound. Ein LFO und ein Ramp-Generator sowie Volumen- und Modulationshüllkurven komplettieren den Funktionsumfang.
Cypher basiert auf dem Konzept der FM-Synthese. Hier beeinflussen sich die einzelnen Oszillatoren gegenseitig in ihrer Tonhöhe. So werden drahtige Bässe, metallische Lead-Sounds, aber auch dichte Flächen und aufregende Effektklänge möglich. Im Gegensatz zu klassischen FM-Synths steht bei Cypher die direkte und gegenseitige Modulation der einzelnen Oszillatoren im Vordergrund. Insgesamt drei Oszillatoren, zwei Modulationshüllkurven sowie ein Ramp-Generator lassen sich zur internen Fernsteuerung der Parameter heranziehen. Darüber hinaus formen zwei Filter mit jeweils acht Filtertypen den Klang in die gewünschte Richtung.
Ausgestattet mit nur einem Oszillator und ­einem Filter, der über 24 Charakteristiken verfügt, bietet Strobe direkte Eingriffe in den Klang. Er lässt sich daher gerade von Einsteigern schnell und einfach bedienen. Ein LFO, ein Ramp-Generator und eine Modulationshüllkurve sowie vier Suboszillatoren und eine ­Noise-Quelle sorgen für mehr Bewegung im Klang. Dank seines klassisch-warmen Grundsounds eignet er sich besonders für durchsetzungsfähige Lead-Sounds oder Bässe.

Für mehr Bewegung

Die vierte Applikation ist kein richtiger Synthesizer, sondern eine Art Schaltzentrale, in der bis zu drei Synth-Squad-Synthesizer zusammengeschlossen sowie mit zusätzlichen Modulationen und Effekten versehen werden können. Zur tieferen Bearbeitung lassen sich in Fusor zusätzlich je vier LFOs, Envelope Follower und Sequencer, die auch als Arpeggiator fungieren, heranziehen. Für tiefere Klangmanipulationen stehen zudem die Modulationsslots aller eingebundenen Synthesizer bereit. So nutzt man etwa einen LFO von Cypher, um die Cut-off-Frequenz in Amber zu steuern. Zusammen mit ausgetüftelten Split- und Layer-Optionen werden so sehr dichte und bewegte Klangteppiche erreicht. Zusätzlich steuern acht Macro-Controller mit einer Reglerbewegung gleichzeitig den Filter-Cut-off und die LFO-Tiefe.

Modulation und Effekte

Alle Synthesizer verfügen über umfangreiche Modulationsmöglichkeiten. Pro Synth stehen acht verschiedene Modulations-Slots zur Verfügung, die sich mit klassischen Quellen wie LFO oder zufallsbasierten Steuersignalen bestücken lassen. Jeder Automations-Slot besitzt zudem eine Skalierungsfunktion, um die Modulationsausgabe abhängig vom Modulationsrad zu machen. Die klangliche Flexibilität ist ausgesprochen hoch, da hier jeder Parameter mit Modulationen versehen werden kann.
Die Bedienung der Modulations-Slots ist jedoch fummelig. Die Eingabe der Modulationstiefe geschieht über Fader mit recht kleinen ­Angriffspunkten, die eine schnelle Bedienung etwas ausbremsen. Auch führt die Mouse-over-Funktion der Modulationsslots dazu, dass man manchmal ungewollt in den Bearbeitungsmodus eines Slots wechselt und dabei versehentlich Modulationszuweisungen ändert.
Die einzelnen Synthesizer kommen ohne Signalprozessoren aus. Lediglich der String-Synth Amber verfügt synthesebedingt über
einen Chorus-Effekt. Die Effekte stehen dem Nutzer lediglich im Fusor zur Verfügung.
Angefangen beim hervorragenden Breverb-Reverb über gut klingende Delays, einen Lo-Fi-Effekt bis hin zu Kompressoren und Modula­tionseffekten wie Phaser oder Flanger bietet er insgesamt 21 verschiedene Effekte. Die Qualität ist für interne Synth-Effekte sehr hoch, die Bedienung geht leicht von der Hand.

Klang

Der Klang der Synthesizer ist überzeugend. Die Filter packen ordentlich zu und lassen sich dank Waveshaper-Stufen mit zusätzlichem Schmutz versehen. Positiv ist hier, dass FXpansion nicht ausgewählte Klassiker emuliert, ­sondern Simulationen verschiedener Synthesekonzepte bietet. So bekommt man zwar den Klang bestimmter Synthesizer-Technologien, ohne aber deshalb mit den Beschränkungen der Vorbilder leben zu müssen. Die Bandbreite der möglichen Klänge ist weitaus vielsei­tiger, ohne dabei den Charakter ehrwürdiger Mono- oder FM-Synths zu verwässern.

Fazit

FXpansions DCAM Synth Squad ist ein rundum überzeugendes Synthesizer-Paket mit extrem hoher Klangqualität. Nur die Bedienung könnte an Punkten wie etwa der Modulation etwas intuitiver sein.     Nils Quak/ok

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