Die Regelungen der E-Bilanz - Was Unternehmen zu beachten haben

Peer Göbel

Lange war sie mehr ein Phantom denn Realität. Kurz vor der eigentlich geplanten Einführung im Jahr 2011 konnte sich die Wirtschaft sogar noch einmal derart auf die Hinterbeine stellen, dass die Politik einknickte und sie um zwei Jahre nach hinten verschob, doch nun ist sie Realität. Im Jahr 2013 muss erstmals die E-Bilanz bei den Finanzämtern abgegeben werden, die durch Steuerbürokratieabbaugesetz im Jahr 2008 beschlossen worden ist. Konkret bedeutet dies, dass die Zahlen des laufenden bzw. bald beginnenden Geschäftsjahrs (Landwirte und Forstleute) entsprechend aufbereitet werden müssen. Die angemessene Vorbereitung vor allem auf die kritischen Punkte ist dabei bereits die halbe Miete.

Die Regelungen der E-Bilanz - Was Unternehmen zu beachten haben

Passende Software-Lösungen und Wissen sind gefragt

Wer im Moment im Internet Recherchen zum Thema E-Bilanz betreibt, trifft auf seriösen Seiten häufig auf ein Angebotsdoppel: Eine passende Steuersoftware und ein E-Book für die E-Bilanz werden hier offeriert. Die Anschaffung der Steuersoftware ist dabei in jedem Fall zu empfehlen, denn die E-Bilanz als Zusammenfassung der Bilanzen des Geschäftsjahres sowie der entsprechenden Gewinn- und Verlustrechnungen müssen “in dem amtlich vorgeschriebenem Datensatz” an die Finanzämter übermittelt werden und zugleich in Fragen der Taxonomie gewisse Mindeststandards erfüllen, die von den Ämtern festgesetzt wurden. Als Unternehmer umgeht man mit einer Software, die auf die E-Bilanz vorbereitet ist, Recherchen, was eigentlich damit gemeint ist und kann direkt mit der eigentlichen Arbeit beginnen. Die meisten der E-Books erklären dies aber noch einmal im Detail und beantworten die zentrale Frage, die sich wohl jeder Wirtschaftstreibende in der Bundesrepublik stellt: Gilt die E-Bilanz-Pflicht auch für mich?

Eine generelle Abgabepflicht

Die Antwort dürfte in den allermeisten Fällen positiv ausfallen. Im Prinzip sind alle Unternehmen, die zur Bilanzführung verpflichtet sind, zur Abgabe der E-Bilanz verpflichtet. Gleiches gilt für die Firmen und Selbstständigen, welche eine Bilanzierung aus steuerlichen Gründen freiwillig vornehmen. Wer keine E-Bilanz abgeben, sondern diese weiterhin in Papierform einreichen möchte, muss per Antrag um die Erlaubnis für diesen Schritt bitten. Eine Chance hat man nur, wenn die Einführung der E-Bilanz eine “unbillige Härte” bedeuten würde und mit nicht zu rechtfertigenden Kosten verbunden wäre. (Mehr dazu)

Unterschiedliche Fristen sind zu beachten

Generell greift die E-Bilanz erstmals für das Geschäftsjahr 2013 bzw. für das Geschäftsjahr 2013/14. In einigen Fällen erklärt sich der Gesetzgeber allerdings dazu bereit, auch etwas länger auf die elektronische Übermittlung der Bilanzen zu warten. Ausländische Unternehmen, die Niederlassungen in Deutschland haben, müssen für diese erstmals für das Geschäftsjahr 2015 die Daten entsprechend übermitteln. Gleiches gilt für deutsche Firmen, die im Ausland Niederlassungen führen. Hierbei kann es allerdings zu Schwierigkeiten kommen, denn für die deutschen Firmenteile muss die E-Bilanz trotzdem erstmals 2014 abgeben werden. Es gibt also zwei unterschiedliche Zeitpunkte im Unternehmen, ab denen die E-Bilanz-Pflicht greift.

Der bisherige Kontenrahmen gilt nicht mehr

Alle Unternehmen müssen zudem beachten, dass es durch die E-Bilanz sehr große Abweichungen vom bisherigen Kontenrahmen gibt. Die Bilanzen sowie die Gewinn- und Verlustrechnungen werden in Zukunft sehr viel umfangreicher als in der Vergangenheit gegliedert. Bei der Anpassung des Kontenrahmens sollten die Unternehmen ihr gesamtes Buchungsverhalten überdenken – vereinfacht gesagt: Die E-Bilanz ist dann am einfachsten und spart Unternehmen sogar Zeit, wenn man die normale Buchführung an sie anpasst.

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