Stiftung Warentest: Nur wenige Virenscanner sind gut

Hüseyin Öztürk
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Wer seinen Rechner vor Schadsoftware und Angriffen aus dem Netz schützen möchte, setzt auf ein Sicherheitspaket bestehend aus einem Virenscanner, einer Firewall und auf ein Betriebssystem, das sich auf dem aktuellsten Stand befindet. Man sollte sich aber vorher gründlich darüber informieren, welche Schutzsoftware dafür am besten geeignet ist.

Stiftung Warentest: Nur wenige Virenscanner sind gut

In einem aktuellen Test hat die Stiftung Warentest 18 Sicherheitspakete für Windows-Systeme unter die Lupe genommen und konnte lediglich vier Mal die Note “Gut” vergeben. Getestet wurden sowohl kostenlose Lösungen (4 Stück) als auch kostenpflichtige Pakete (14 Stück). Die komplette Liste findet man bei der Stiftung Warentest.

, und erhielten die Benotung “Gut”, wie auch der kostenlose Antivirenschutz Avira Free Antivirus. Nicht besonders gut kamen die Sicherheitspakete Symantec Norton Internet Security 2012, McAfee Internet Security 2012, Trend Micro Titanium Internet Security 2012 und Panda Internet Security 2012 davon. Sie erhielten von der Stiftung Warentest nur ein “Ausreichend”. Wie unsere Kollegen von Golem.de berichten, wurde nicht nur auf die Erkennungsrate geachtet, sondern auch auf andere Faktoren. Neben dem Virenschutz hat man sich auch die Rechnerbelastung, die Handhabung und die Firewall näher angeschaut.

Der Gewinner erkannte 98 Prozent aller Gefahren, konnte mit einer guten Firewall überzeugen und hat das System nicht allzu stark belastet. Das zweitbeste Paket, G Data Internet Security 2012, konnte die Tester mit seiner schnellen Erkennung überzeugen. So brauchte es nur zweieinhalb Tage, um sich auf neu aufgetauchte Schadsoftware einzustellen. Obwohl auch die Firewall in Ordnung war, wurde die Rechnerbelastung bemängelt. So benötigte man bei aktivem Schutz doppelt so lange für einen Kopiervorgang. Auch die Suite von Kaspersky Lab stellte Stiftung Warentest zufrieden. Während die Virenerkennung nicht überzeugen konnte, glänzte der Echtzeitscanner und die Firewall.

Für die Schlusslichter sieht es im Test nicht so gut aus. Laut Stiftung Warentest benötigen die Lösungen von Symantec, Trend Micro und Panda sehr viel länger, bis sie auf neue Gefahren reagierten als die restlichen Kandidaten. Zudem stellte man fest, dass die Firewalls sowohl von Symantec, McAfee als auch von Panda schlechter waren als die hauseigene Lösung von Windows 7.

Die Webseite ZDNet hat sich auch ein paar Gedanken über den Testverlauf gemacht und sich unter anderem die Fragen gestellt, warum mit einem virtualisierten System getestet wurde und man weitgehend auf eine Internetverbindung im Test verzichtet hat. Dazu hat man zum einen Stefan Wesche, Experte für die Norton-Sicherheitsprodukte bei Symantec und Raimond Genes, Vizepräsident bei Trend Micro, zu Wort kommen lassen. Beide bemängeln den Testaufbau und den Verzicht auf die Internetverbindung.

Schließlich gehöre für eine moderne Erkennungstechnik das Internet dazu, um mit verhaltensbasierenden Schutzmaßnahmen und Reputationsdatenbanken zu arbeiten. Laut Wesche wäre der Test so durchgeführt worden, wie man es im vergangenen Jahrhundert getan hätte. Auch das die Tester den Fokus auf signaturbasierende Erkennung gelegt hätten, wurde bemängelt. Ähnlich argumentiert auch Raimond Genes. Die Aussagen von beiden Firmenvertretern kann man sich auf der Webseite von ZDNet in aller Ausführlichkeit nochmal durchlesen. Der aktuelle Virenscanner-Test befindet sich im Test-Heft 4/2012 und kann auf der Seite von Stiftung Warentest gegen Bezahlung heruntergeladen werden. Bevor man sich für eine Schutz-Software entscheidet, sollte man sich auch noch ein paar weitere Tests im Netz ansehen, um sich ein genaueres Bild machen zu können.

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