Zehn Prozent der Sparkassen-Institute verlangen bereits eine Gebühr für das Abheben von Bargeld bei einem Geldautomaten. Dabei werden Beträge bis zu einem Euro pro Abhebung fällig.

Sparkassen verlangen Gebühren für Abhebungen an Geldautomaten

Aufgrund der derzeitigen Geldpolitik der Europäischen Zentralbank sehen sich viele Sparkassen in Deutschland gezwungen, für Bargeldabhebungen bei Geldautomaten eine Gebühr zu verlangen. Je nach Kontomodell können die Transaktionen bei 40 der knapp 400 Institute zwischen 20 Cent und einem Euro kosten, das hat das Internet-Finanzportal biallo.de erhoben.

Die Sparkasse Erding-Dorfen bei München hat beispielsweise mehrere Kontomodelle im Angebot. Beim günstigsten dürfen Kunden zwei Mal am Schalter und viermal am Automaten kostenlos Geld abheben. Jede weitere Abhebung kostet 29 Cent. Die Sparkasse Rottal-Inn verlangt nach der dritten Abhebung im Monat 50 Cent, während die Sparkasse Wittgenstein nach der sechsten Verfügung sogar einen Euro in Rechnung stellt. Einige Institute bieten teilweise gar keine Möglichkeit mehr an, kostenlos an Bargeld zu kommen – hier wird jedes Mal eine Gebühr fällig. Ob die Kunden bei der Abhebung via Geldautomat auf anfallende Kosten hingewiesen werden, wurde nicht erwähnt. Eine Stellungnahme der Institute zu diesem Thema fehlt ebenfalls.

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EZB zwingt Sparkassen zur Einführung von Gebühren

Der Grund für die Einführung der Gebühren ist angeblich in erster Linie die Niedrigzinspolitik der EZB. Viele Institute leiden an einer Ertragsschwäche und müssen sich mit der Einführung derartiger Gebühren ein finanzielles Polster verschaffen. Neben den Gebühren für die Bargeldabhebungen wurden sogenannte Verwahrentgelte eingeführt. Dabei handelt es sich im Prinzip um Strafzinsen für Guthaben. Bisher treffen diese meist nur Firmen und vermögende Privatkunden, die mehr als 500.000 Euro auf ihrem Konto haben. Sollte die Niedrigzinsphase allerdings noch länger anhalten, könnte die Gebühr auch normale Privatkunden treffen. Eine Abhebegebühr wird bei den Kontomodellen vermögender Kunden meist nicht berechnet.

Interessant ist zudem, dass sich der Präsident des Sparkassenverbands, Georg Fahrenschon, letzten Herbst in einem Interview noch gegen eine Geldautomatengebühr ausgesprochen hat. Wenige Monate später bitten bereits die ersten Institute die Kunden zur Kasse. Verbraucherschützer befürchten, dass die Sparkassen noch weitere Gebühren einführen werden und legen vielen Kunden nahe, einen Bankwechsel in Erwägung zu ziehen.

Alternativen dank neuer Technologien

Dank neuer Technologien könnte das Bargeld künftig obsolet werden und damit würden auch die Gebühren für die Abhebungen wegfallen. Dank Android Pay und Apple Pay, die bereits in Teilen der Welt täglich verwendet werden und auch zu uns kommen sollen, wird künftig das Smartphone als Zahlungsmethode fungieren. Ermöglicht wird das Ganze über die Technologie NFC (Near Field Communication) in Verbindung mit diversen Sicherheitslösungen von Apple und Google, die sämtliche Transaktionen verschlüsseln und in Verbindung mit den Banken die Zahlungen abwickeln. Ein Nachteil dieser Zahlungsmethode ist allerdings, dass jeder Bürger für die Banken vollkommen transparent ist, da sämtliche Transaktionen zu 100 Prozent nachvollziehbar sind und sich daraus persönliche Präferenzen und Abläufe ableiten lassen.

Quelle: biallo via Handelsblatt

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