GEE eingestellt - GIGAbites: Das Flagschiff des alternativen Games-Journalismus ist gesunken

Tobias Heidemann
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Obgleich der Tod in diesen Tagen zum Print dazu gehört, ist es doch immer wieder ein Schock, wenn ein Verwandter von uns geht. Nun hat es also unsere GEE getroffen. Sie war vielen das beste deutschsprachige Printmagazin für Videospiele und ihr Verlust wiegt schwer. Das angekündigte Fortleben im digitalen Jenseits der iPad- und Android-Apps spendet uns nur wenig Trost, denn in ihrer gedruckten Fassung stand die GEE vor allem für eines: Die Liebe zum guten Spiele-Journalismus.

GEE eingestellt  - GIGAbites: Das Flagschiff des alternativen Games-Journalismus ist gesunken

Es ging alles ganz schnell: Anstatt der regelmäßigen Ausgabe erschien Anfang Mai ein Best-of Heft der GEE. Der irritierte Blick ins Editorial offenbarte zunächst nur Kryptisches. Von einem “ganz besonderem Heft” war da die Rede. Dann die schmerzliche Wahrheit: “Aufgrund der weiterhin schwierigen Lage auf dem Print-Markt mussten wir uns eingestehen, dass GEE als gedrucktes Magazin in der bisherigen Form nicht mehr funktioniert”. Die GEE wird es in Zukunft unter dem Namen GEE Display nur noch als interaktive App geben.


Schluss, aus, vorbei? Einfach so? Aber warum? Viel war zunächst nicht in Erfahrung zu bringen. Außer den schicksalhaften Sätzen im Editorial und einigen vergrabenen Informationen auf der Homepage hielt man sich bei der GEE mehr als bedeckt. Schnell kam Kritik an einer unzureichenden Informationspolitik auf. Die Leser wollten wissen, was genau passiert war. Die Medien griffen das Thema nicht auf. Selbst der Spiegel kommentierte das Ende des Magazins nicht – hier waren regelmäßig Artikel der GEE-Autoren erschienen. Bis auf vereinzelte Blog-Beiträge und Kurznachrichten schlug die Einstellung der GEE also keine großen Wellen und das obwohl sie das Flagschiff des alternativen Games-Journalismus in Deutschland war.

Print ist tot: Erste Erklärungsversuche

Wer dennoch Antworten auf die Fragen nach dem Warum sucht, hat es nicht leicht: Von der “schwierigen Lage auf dem Print-Markt” war im Editorial der letzten Ausgabe die Rede. Print ist tot – so lautet seit Jahren das Mantra der Medienexperten und Marktanalysten. Die aktuellen Trends scheinen ihnen Recht zu geben. Überall ist das Klagelied von erodierenden Abozahlen und sinkenden Reichweiten zu vernehmen. Besonders schlimm ist die Lage in den USA, wo sich die Gesamtauflagen der Printmedien im ungebremsten Sinkflug befinden. Die Zahl vollwertiger Spielmagazine kann man dort an einer Hand abzählen. Doch auch in Deutschland sieht es für die traditionellen Produkte nicht viel besser aus – die Zeichen stehen auf Sturm.

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