Ziel jedes Levels ist es einen Stern, im Spiel “Starite” genannt, einzusammeln. Dabei nutzt man vor allem seine eigenen Ideen und Vorgehensweisen, denn das Spiel schreibt euch keinen direkten Lösungsweg vor. Und jetzt kommt das Besondere: Mit dem Stylus bewaffnet tippt ihr den Namen der Gegenstände auf einer virtuellen Tastatur ein, die euch dabei helfen sollen das Level zu beenden. Diese erscheinen sofort und können an Ort und Stelle platziert werden. Zudem habt ihr auch die Möglichkeit die Tastatur gegen einen Notizzettel einzutauschen und den Namen des Gegenstandes zu schreiben und die Schrifterkennung zu nutzen, welche mal mehr, mal weniger gut funktioniert.
Hier ein Beispiel: Der Stern befindet sich auf einem Baum. Die einfachste Lösung wäre wohl eine Leiter zu benutzen und diese vor den Baum zu stellen. Aber es ist ebenso gut möglich, sich Hilfe von einem Holzfäller zu holen, welcher mit einer Axt bewaffnet den Baum zum stürzen bringt. Nicht nur diese einfachen Ideen verhelfen zur Lösung, sondern auch kreative Ideen, wie zum Beispiel die Nutzung eines fliegenden Teppichs oder eines Ufos.
Bei den Leveln macht Scribblenauts auch Unterschiede. Es gibt 10 verschiedene Orte, welche je 22 Levels enthalten. Dabei gibt es pro Ort 11 “Rätsellevel” und 11 “Actionlevel”. Bei ersteren erhaltet ihr zu Beginn immer eine Aufgabe, was in diesem Rätsel zu tun ist. Man bekommt zum Beispiel die Aufgabe, einen Charakter zu erfrischen. Entweder man lässt es regnen oder man spendiert ihm ein Glas mit Wasser. In den Actionleveln scrollt zu Beginn die Kamera zum Stern. Hier greift das nun oben erklärte Spielprinzip.
Pro gelöstes Level erhaltet ihr Geld, mit dem ihr euch die neuen Levels freikaufen müsst. Neben weiteren Rätseln kann man sich auch Avatare oder Musikstücke kaufen. Des Weiteren gibt es auch Verdienste freizuschalten, ähnlich den Trophäen oder Achievements der großen Konsolen.
Gesteuert wird das Spiel überwiegend mit Touchscreen. Wenn ihr euren Charakter Maxwell bewegen wollt, genügt es mit dem Touchpen an die gewünschte Stelle zu klicken und schon wird automatisch zum gewünschten Ort gesprungen, gerannt und geschwommen. Die Gegenstände verschiebt ihr ebenfalls per Stylus. Und hier kommt es schon mal zu Problemen. So rennt euer Charakter gerne mal zu weit und fällt von einer Klippe herunter. Oder ihr wollt einen Gegenstand anwählen, trefft ihn aber nicht ganz und schon setzt sich euer Charakter wieder in Bewegung und setzt sich der Gefahr aus. Ist euch aber dann doch gelungen einen Gegenstand anzuwählen, so könnt ihr diesen mit den Schultertasten rotieren und in die gewünschte Position bringen. Mit dem Steuerkreuz und den Aktionstasten bewegt ihr die Kamera.
Eine alternative, klassische Steuerung mit den Aktionstasten zum Springen und dem Steuerkreuz zur Bewegung wäre wünschenswert gewesen.
Grafisch orientiert sich Scribblenauts an anderen Spielen des Entwicklers wie zum Beispiel “Drawn to Life.” Der einfache Grafikstil mag auf manche zu kindisch wirken, ist aber keineswegs störend. Hinzu kommen schöne Animationen und, dass sich die im Spiel erschaffenen Gegenstände physikalisch korrekt verhalten. Die fröhlich wirkende Musik trägt zum bunten Spielgeschehen bei und auch die Gegenstände erzeugen die passenden Soundeffekte. So grunzt das Schwein und klingelt das Telefon.
Außerdem haben die Entwickler darauf geachtet, dass das eingebaute Wörterbuch bei Wörtern mit mehreren Bedeutungen mitdenkt. Wollt ihr einen Stein haben und tippt diesen Begriff ein, so könnt ihr zwischen einem Spielstein aus einem Brettspiel oder einen Stein, wie er in der Natur vorkommt, wählen. Ein weiteres nettes Feature ist der Leveleditor, in dem ihr eure eigenen Level baut und diese auch online an Freunde verschicken könnt. Eines fällt allerdings negativ an diesem Spiel auf: der fehlende Multiplayermodus. So hätte man zum Beispiel gegen Freunde auf Zeit oder auf Versuche spiele können, wer die wenigsten Gegenstände braucht um das Rätsel zu lösen.
Insgesamt lässt sich sagen, dass Scribblenauts ein innovatives und neues Spielkonzept zu bieten hat, welches jedoch kleinere Schwächen aufweist. Spieler die eine Vorliebe für Rätsel und kleinere Jump’n Run Einlagen haben, sollten sich dieses Spiel mal genauer anschauen. Das Spiel macht eine Menge Spaß. Der knackige Schwierigkeitsgrad mag einem zwar schon mal zur Weißglut bringen, da nicht jeder Level schon beim ersten Versuch gelöst wird, wirkt aber nicht abschreckend. Fakt ist, dass den Entwicklern ein wahres Prachtstück gelungen ist.
