Game Changer: Die wichtigste Spiele-Hardware Gestern – Heute – Morgen

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Manche Hardware verändert die Spielregeln für immer. Es sind Epochen prägende Schlüsseltechnologien, die kein Bit auf dem anderen lassen. Elektronische Revolutionen, die die Art wie wir spielen radikal umgestalten. Im Rahmen unserer Themenwoche „Technik der Zukunft“ haben wir uns diese Meilensteine zur Artikelbrust genommen. Wir werfen einen Blick auf die wichtigste Hardware der Spielegeschichte, stellen die aktuellen Techniktrends vor und riskieren sogar einen Blick in die Zukunft des Spielens: Hier sind die Game Changer Gestern – Heute – Morgen.

Game Changer: Die wichtigste Spiele-Hardware Gestern – Heute – Morgen

GESTERN

Steckmodule

Dass die klobigen Steckmodule seinerzeit einer Revolution gleichkamen, ist aus heutiger Sicht kaum noch vorstellbar. Nichts anderes waren sie aber. Vor ihrer Zeit waren die Hardware-Hersteller gleichzeitig auch die Spieleentwickler. Die ersten Heimkonsolen kamen mit einer festen Anzahl von vorinstallierten „Telespielen“ – Nachschub gab es somit nur, wenn eine neue Konsole angeschafft wurde.

Steckmodule (auch Games Cartriges oder Spiele-Kassetten genannt) änderten das für immer. Vor allem die Atari-Systeme trugen Mitte der 80er Jahre viel zu ihrer Verbreitung bei. Die Steckmodule waren gleichzeitig auch die Geburtsstunde des Third-Party-Segments, also der unabhängigen Entwicklerstudios, die ihre Spiele für bestehende Systeme programmierten. Mit anderen Worten:  Die Spiele emanzipierten sich dank der Steckmodule als eigenständige Produkte.

Batterien

Früher war alles besser? Von wegen! Eines der größten Probleme der frühen Spielebranche war die Sicherung des Spieler-Fortschritts. Herkömmliche Save-Games existierten damals nämlich noch gar nicht. Abspeichern und später weiterspielen ging einfach nicht. Als die Spiele komplexer und länger wurden, nahm zudem auch die Frustration bei den Videospielern zu. Wer nach fünf Stunden Spielzeit seine Session abbrechen musste, weil Mutti zum Essen rief, der durfte von vorne beginnen. Aaaaarrgh!

Erste Abhilfe verschafften komplizierte Codes, die man zur Fortsetzung des Spiels eingeben musste. Im Fall von „Kid Icarus“ auf dem NES sahen die in etwa so aus: “000ys T0J300 m2001C H000aS”. Komfortabel geht sicherlich anders. Dann kamen die kleinen, silbernen Freudespender Namens Batterien und alles wurde gut. Verbaut in die Steckmodule, ermöglichten sie uns Spiele wie „The Legend of Zelda“. Wenn man so will, haben die Batterien den Spielen die Epik geschenkt. Danke dafür! Als wenig später dann noch die Speicherkarten eingeführt wurden und den Konsolen größere Save-Games ermöglichten, war nur noch der Himmel das Limit.

CD-Roms

Die CD-Rom bot von heute auf morgen phänomenal viel Speichervolumen. Den Entwicklern waren kaum noch Grenzen bei der Programmierung gesetzt. Echte Musik, hochauflösende Texturen und sehr lange Videos  –  Die Compact Disc war verdammt mächtig. Leider konnte ein Großteil der damaligen Entwickler nicht mit dieser Macht umgehen.

Wer dabei war, der erinnert sich, dass in der frühen Compact Disc-Ära nicht alles Silber war, was glänzte. Aus heutiger Sicht scheinen viele Spiele aus den frühen 90er Jahren  (z.B. „Myst“, „7th Guest“ oder auch „Rebel Assault“) ein wenig überkandidelt. Die neuen technischen Möglichkeiten wurden zwar bis zum Maximum ausgenutzt, das Gameplay dafür aber sträflich vernachlässigt. Hauptsache es sah gut aus und konnte in der Fachpresse mit vermeintlichem „Fotorealismus“ für Aufsehen sorgen. Viele Spiele  der beginnenden CD-Rom-Phase stellten sich dann als Blender ohne spielerische Qualität heraus. Doch nach dem anfänglichen Größenwahn gewöhnte man sich schnell an die Möglichkeiten des Silberlings und besann sich wieder auf´s Wesentliche.

(S)VGA

VGA steht für »Video Graphics Array« und das steht für Hardware-Revolution. Um an dieser Stelle nicht in ein langweiliges Mantra technischer Spezifikation zu verfallen, machen wir´s ganz einfach: VGA war einfach nur awesome!

Der neue Hardware-Standard verbannte die monochrome Tristesse wie auch die farbarmen Vorgänger EGA und CGA in die Steinzeit und gab uns dafür eine hochauflösende Farbenpracht. Die 16 unterschiedlichen Farben des VGA-Standards waren schon verdammt beeindruckend, der 256-Farben-Modus der nachfolgenden Super-VGA-Grafikkarten war schlichtweg von einem anderen Stern. Nichts war wie vorher. Wir waren blind – nun waren wir sehend.  Dabei war die VGA-Wende nur der Anfang. Mit den ersten 3D-Beschleunigern lernten dann auch noch die Polygone das Laufen.

Modems

Spielen hat es etwas genuin Soziales. Die meisten Gesellschafts- oder Sportspiele spielen wir mit anderen Menschen. In der digitalen Spielekultur war das zunächst ganz anderes. Wir waren allein.  Wer keine Freunde zum gemeinsamen Zocken einlud oder sich in einer Spielhalle einen Automaten teilte, der war beim Daddeln eigentlich immer einsam.

Modems setzten unserem traurigen Dasein als isolierte Einzelspieler ein Ende. Das war die Geburt der Mehrspieler-Ära. Der Austausch von Signalen über einen längeren Übertragungsweg vereinte die Spieler auf der ganzen Welt in einem globalen Netz, das bis heute immer größer, enger und schneller wird. Was mit gemeinsamen Erlebnissen in Ballerbuden wie „Doom“  begann, ermöglichte schon bald die Vereinigung von Millionen Spielern in „World of Warcaft“ und Co. Heute hat jedes Spiel irgendein Online-Feature.


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