Who Wants to Fuck My Girlfriend? – die neue Ulmen-Show online sehen

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Schon mit der Ankündigung von “Who Wants to Fuck My Girlfriend?” hatte TV-Comedian Christian Ulmen für Aufsehen gesorgt – mit einer Show, die den gesellschaftlichen Sexismus übertrieben bestätigt. Kann das als Kritik durchgehen, oder verbreitet die Sendung nur die Vergewaltigungskultur? Jetzt kann man sich selbst ein Bild von der Show machen. Und hier ein paar Gedanken dazu.

Who Wants to Fuck My Girlfriend? – die neue Ulmen-Show online sehen

Am 14.2. läuft die erste Folge um 23.10 Uhr auf Tele 5 an, wöchentlich soll eine weitere Ausgabe folgen. Bereits jetzt stehen auf Ulmen.tv vier Ausschnitte der Auftakt-Sendung online, nach der Ausstrahlung wird die komplette WWTFMG-Folge verfügbar sein.

Im Groben geht es darum, dass in der Spielshow, moderiert von Ulmens fiktivem Character Uwe Wöllner (den er 2005 für “Mein neuer Freund” entwickelt hat und seitdem mit eigenen Talkshows, TV-Auftritten und Lesereisen weiter aufgebaut hat), zwei Typen ihre Freundinnen in einen Möchtest-du-Sex-mit-mir-Wettbewerb mit Unbekannten schicken. Was als Übertreibung von anderen menschenverachtenden Show-Formaten angelegt ist (und somit eine mögliche Kritik an Bachelor, das Model und der Freak, GNTM und Co. in sich trägt), funktioniert leider im ersten Moment eher so, dass es sich in diese Liste einreiht. Um der Sexismus-Kritik zu entkommen, wird als erste Folge eine Sondersendung mit lesbischen Paaren ausgestrahlt. Was das alles nicht besser macht. Denn der männliche Blickwinkel, der Male Gaze, bleibt natürlich erhalten, Uwe Wöllner führt als schmieriger Typ mit alltäglich diskriminierenden Sprüchen durch die Show.

Wenn die Sendung dafür sorgt, dass sich dann alle anderen Typen an den Kopf fassen und denken, ach du Scheiße, es gibt einen großen Unterschied, wie Frauen und Männer in den Medien, im Alltag, im Job etc. behandelt und betrachtet werden, und das ist teilweise ein nicht sehr angenehmer Unterschied, und das ist nicht okay, und was heißt überhaupt Frau und Mann, und warum können Menschen nicht so sein wie sie wollen – dann wäre was gewonnen. Aber das ist eher unwahrscheinlich.

Andererseits – andere Shows machen so was ja auch nicht unbedingt. WWTFMG baut auf dem Sexismus aus der Mitte der Gesellschaft auf und stellt ihn überspitzt dar, ist in seinem Voyeurismus und der Schadenfreude fast ehrlicher als andere TV-Formate – die im Grunde im selben Rahmen agieren. Der Unterschied zu anderen hyperaffirmierenden Medien-Aktionen (wie Schlingensiefs Asylbewerber-Big-Brother oder Monty Pythons Vorurteils-Show) liegt darin, dass die Wöllner-Show auch ernstgenommen funktioniert.

Was heißt das jetzt für den ersten Eindruck von WWTFMG? Neben dem abstoßenden Vergewaltigungsmythos der Grundidee (Frauen sind willenlos und verfügbar) finde ich die Show auch so kaum zu ertragen, weil übergriffig, fremdschämend, unangenehm. Ähnlich wie Ulmens 2005er-Serie “Mein neuer Freund” treibt “Who Wants to Fuck My Girlfriend?” das Reality-TV auf die Spitze, bekommt für seine Provokation aber vermutlich nur Applaus von der falschen Seite.

Weitere Themen: KiKA Live Stream


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