AfD-Politikerin findet, dass Videospiele für Kinder nicht förderlich sind

Marcel-André Wuttig
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Auf der Plattform Abgeordnetenwatch äußerte sich die AfD-Politikerin Verena Hartmann zur USK-Einstufung von Animes und Videospielen. Dort behauptet die Bundestagsabgeordnete, dass der Jugendschutz in Deutschland nicht mehr funktioniere.

AfD-Politikerin findet, dass Videospiele für Kinder nicht förderlich sind

Abgeordnetenwatch.de ist eine Plattform, auf der Bürger den Mitgliedern des Bundestages direkt Fragen stellen können. Die besorgte Mutter Mareike Scholz nahm dies als Gelegenheit, der Bundestagsabgeordnetin Verena Hartmann zu schreiben, die für die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD) in den Bundestag gezogen ist. Mareike Scholz schreibt, dass sich ihr 13-jähriger Sohn zu seinem Geburtstag ein Spiel kaufen durfte und er sich den Anime-Titel Senran Kagura ausgesucht habe. Die Mutter sei schockiert darüber gewesen, dass ein Spiel, in dem die große Oberweite der weiblichen Hauptcharaktere im Fokus stünde, von der USK ab 12 Jahren freigegeben wurde und er das Spiel daher legal kaufen konnte. Die Mutter finde es schockierend und abartig, dass es in Deutschland möglich sei, mit der sexualisierten Darstellung von Kindern Geld zu verdienen.

Im Video bekommst du einen Eindruck von Senran Kagura Bon Appetit. 

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Senran Kagura Bon Appetit

Das Spiel gehört zu dem sogenannten Ecchi-Genre (auch Etchi genannt). Das Wort ist in der japanischen Sprache ein häufiger Euphemismus für sexuelle Anspielungen. In Manga und Anime sind sich die oftmals niedlich dargestellten weiblichen Hauptcharaktere meistens ihrer sexuellen Anziehung nicht bewusst. Ecchis gehen meist eher humorvoll mit dem Thema Sexualität um.

In ihrer Antwort stellt auch die AfD-Politikerin die USK-Einstufung des Spiels in Frage. Sie geht noch einen Schritt weiter und positioniert sich deutlich zu dem ganzen Thema. Für sie sei dies ein klares Beispiel dafür, dass Jugendschutz in Deutschland nicht mehr funktioniere und eigentlich gar keiner mehr sei. Dadurch käme es zu einer „Verrohung unserer Jugend und damit der Gesellschaft“, so Hartmann. Ihrer Meinung nach verherrliche der aktuelle Jugendschutz körperliche und verbale Gewalt sogar. Ihr Ziel sei es daher, die Missstände in diesem Bereich zu beseitigen.

In diesen Spielen geht es tatsächlich nur um Sex. 

Diese 7 Games drehen sich nur um Sex

Insgesamt scheint die AfD-Politikerin eher negativ zu digitalen Medien zu stehen. So rät sie der jungen Mutter, dass sie sich fragen solle, ob „diese Art der Freizeitbeschäftigung für die Entwicklung Ihres Kindes förderlich“ sei. Ihrer Meinung sei es für Schüler sinnvoller, ihren Stress mit Hobbys, Sport und Freunden treffen abzubauen. Dabtei betont sie, dass Freunde physisch und nicht auf Facebook und Co. getroffen werden sollten.

Mit ihrer Meinung positioniert sich Verena Hartmann auch gegen die aktuellen Trends der deutschen Regierung, die sich gerade im Rahmen der diesjährigen gamescom und des letzten Wahlkampfs positiv zur Videospielbranche und Digitalisierung äußerte.

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