Diese Entwickler haben ihr eigenes Spiel raubkopiert

Alexander Gehlsdorf

Raubkopien schaden der Videospielindustrie? Von wegen. Ein paar Entwickler haben den Selbstversuch gewagt.

Wer kennt noch diese Werbung?

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Raubkopierer - Respect Copyrights - GIGA
No Time To Explain, ein Jump’n’Run des kleinen Teams TinyBuild, wird seit 2011 auf Pirate Bay zum Download angeboten. Zur Verfügung gestellt wurde das Spiel jedoch von den Entwicklern selbst. Allerdings haben sie sich einen Kniff einfallen lassen: Alle Charaktere in der raubkopierten Version tragen — anders als in der Verkaufsversion — ein Piraten-Outfit.

Das führte einerseits dazu, dass viele Spieler sich über die ulkige Kopierschutzmaßnahem austauschten und somit das Spiel in Gespräch kam. Andererseits erhalten die Entwickler teilweise noch heute Emails von Fans, die das Spiel ursprünglich als Download entdeckten, sich später aber auch eine Originalversion kauften. Auch andere Entwickler konnten diesen Effekt beobachten.

Nicht nur Spiele werden illegal heruntergeladen, auch Filme sind bei Piraten besonders beliebt:

Piraterie: Diese 10 Filme wurden 2015 am häufigsten illegal heruntergeladen

Sind Raubkopien also ein gelungener Marketing-Trick? Nicht unbedingt, denn Publisher und Plattform-Betreiber wie Valve oder GoG sehen es natürlich nicht gern, wenn Entwickler ihre eigenen Spiele kostenlos zum Download anbieten. Dennoch legt eine kürzlich veröffentlichte Studie nahe, dass Raubkopien keinen negativen Einfluss auf die Verkaufszahlen von Videospielen haben.

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