Ein Analyst der Victoria Commission for Gambling and Liquor Regulation in Australien hat sich zu der aktuellen Debatte um vermeintliche Glücksspielmechaniken in Spielen geäußert. Seiner Meinung nach handelt es sich bei Lootboxen definitiv um eine Form des Glücksspiels, weswegen strengere Altersbeschränkungen diskutiert werden sollten.

Sind Lootboxen in Videospielen als Glücksspiel zu bewerten? Diese Frage beschäftigt nach der jüngsten Kontroverse zum Start von Star Wars Battlefront 2 inzwischen mehr als ein Land. Und während Belgien die Frage klar mit einem „ja“ beantwortet hat und entsprechende Maßnahmen für das Land und sogar ganz Europa sehen möchte, deutet sich auch in Australien der Beginn eines Umschwungs an. Auf die Anfrage des Reddit-Nutzers -Caeser hin, hat sich ein Analyst namens Jarrod Wolfe von der Commission for Gambling and Liquor Regulation des australischen Bundesstaates Victoria zu der Problematik geäußert.

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„Die Normalisierung von Glücksspiel (…), das auf anfällige Personen (Minderjährige) abzielt, ist nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch rechtlich fragwürdig“, so der Analyst. Der erklärt, dass ein allgemeines Verbot solcher Mechaniken nicht zwingend sinnvoll und wohl auch nicht so ohne weiteres umsetzbar sei, weil die Gesetzgebung stark variiere und mitunter sogar hinterherhinke. Realistischer sei deshalb, dass die Altersfreigaben für Spiele entsprechend angepasst werden. „Wenn diese Firmen erhebliche Glücksspielelemente in ihre Produkte packen wollen, sollten wir vielleicht mit dem Australian Classification Board zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass (diese Produkte) unverzüglich ein R-Rating erhalten.“

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Ein Star Wars Battlefront 2 etwa, das in den USA mit einem R-Rating nicht mehr für Teenager freigegeben wäre, würde sich für den Publisher Electronic Arts klar negativ auf die Verkaufszahlen seines Spiels auswirken, weswegen er sich entsprechende Lootbox-Mechaniken künftig möglicherweise zweimal überlegen würde. Die deutsche USK hatte sich im Oktober einigermaßen verhalten zu dem Thema geäußert.

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