Die Welt berichtet, dass die Jugendschutzkommission der Landesmedienanstalten aufgrund einer noch unveröffentlichten Studie zum Suchtverhalten in Videospielen erwäge, stärker gegen bestimmte Elemente in Games vorzugehen.

Bei der fortlaufenden Debatte um Lootboxen und Mikrotransaktionen in Videospielen könnte es in Deutschland bald eine neue Wendung geben. So zeige sich die Jugendschutzkommission der Landesmedienanstalten laut der Welt über eine aktuelle, noch unveröffentlichte Studie der Landesmedienanstalten besorgt. Deren Erkenntnisse deuten wohl darauf hin, dass Videospiele Glücksspielen immer ähnlicher werden. Besonders problematisch sei, dass nur wenige kaufwillige Spieler den größten Teil des Umsatzes solcher Spiele ausmachen würden. Eine solche Verteilung sei vor allem für Glücksspiele typisch.

Diese Erkenntnisse könnten die Jugendschutzkommission dazu bewegen, in Zukunft stärker einzuschreiten. So werde jetzt schon über ein mögliches Verbot von Lootboxen nachgedacht. Überhaupt sei es vorstellbar, bestimmte Elemente in Videospielen zu verbieten.

Auch in einigen amerikanischen Bundesstaaten gibt es schon erste Gesetzesentwürfe gegen Lootboxen in Videospielen, wie das folgende Video zeigt. 

Gesetzentwurf von Chris Lee gegen Lootboxen
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Zusätzlich könne es für Publisher solcher Spielmechaniken zu Bußgeldverfahren kommen. So habe sich der Vorsitzende der Jugendschutzkommission, Wolfgang Kreißig, konkret zu der Problematik von Lootboxen geäußert. So müsste seiner Meinung nach gründlich untersucht werden, ob solche Spielmechaniken nicht womöglich gegen das Verbot von Kaufappellen an Kinder und Jugendliche verstoßen. So darf Werbung laut der Vorschriften des Bundes und der Länder zum Jugendschutz in Internet und neuen Medien Minderjährige nicht unmittelbar zum Kauf von Produkten auffordern.

Nicht nur EAs Lootboxen-Kontroverse war ein großes Thema 2017. Das waren die größten Shitstorms und Skandale im letzten Jahr. 

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Die größten Shitstorms und Skandale 2017

Sollte die Kommission feststellen, dass manche Videospiele gegen dieses Gesetz verstoßen, könnte es zum Bußgeldverfahren kommen. Außerdem könnte den Publishern untersagt werden, solche Spiele überhaupt anzubieten. Bereits im März soll es zu einer Entscheidung kommen.

Wie stehst du zu der Debatte um Lootboxen und Kaufoptionen in Videospielen? Wärst du froh darüber, wenn diese Spielmechaniken ein für alle Mal in Deutschland verboten wären? Teile uns deine Meinung in den Kommentaren mit.

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