State of the Game – 20 Jahre Gaming-Geschichte

Matthias Kreienbrink

20 Jahre sind eine ziemlich lange Zeit, in der sehr viel passieren kann. Neue Sterne steigen am Spielehimmel auf, andere vergehen. Ein Ort, bei dem aber alle eine Heimat finden ist das Computerspielemuseum in Berlin. Das hat jetzt genau diese 20 Jahre auf dem Buckel, Zeit also, mal einen Blick in die Vergangenheit zu wagen. Und in die Zukunft.

Wie war State of the Game? Und was bietet die Sonderausstellung zu 20 Gaming-Highlights im Computerspielemuseum? Im Video gibt’s Antworten:

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State of the Game - Rückblick

Die Stalinbauten werfen lange Schatten und die Luft ist kühl an diesem Mittwochmittag in Berlin, unweit der U-Bahnstation Weberwiese der Linie 5. Jeden Tag kommen Menschen hier her, im Jahr sind es etwa 100.000 Besucher. Sie alle pilgern zum Computerspielemuseum, um in Erinnerungen zu schwelgen, um etwas über Computerspiele zu erfahren, über ihre Ursprünge, Wandlungen und wie die Entwicklung in Deutschland aussieht. Und auch wenn die Einrichtung das Wort „Museum“ im Namen trägt, so gehören doch viele Schulklassen zu den Besuchern. Eigentlich ganz logisch, erklärt auch Museumsdirektor Andreas Lange.

„Viele Schüler stöhnen natürlich erstmal, wenn sie ‚Museum‘ hören. Wenn sie dann aber erfahren, dass es ins Computerspielemuseum geht, ist die Begeisterung groß.“

Aber nicht nur Schulklassen werden unterhalten. So bietet das Museum etwa auch eine Zeitreise an Spiel-Orte unterschiedlicher Epochen, sei es das Jugendzimmer mit der ersten PlayStation oder einige Jahre früher, die Variante mit dem NES. Vielen Besuchern ist auch die PainStation ein Begriff, hat sie es doch bereits zu einiger Berühmtheit geschafft. Das ursprünglich als Kunstwerk gestartete Projekt ist jetzt dauerhaft im Museum beheimatet und kann von Spielern ab 18 Jahren auch genutzt werden. Im Grunde handelt es sich um eine abgewandelte Form des Spiels Pong. Die Spieler legen hier jedoch ihre Hände auf eine Metallfläche. Geht der Pixel dann ins Aus, folgt eine Strafe. Mit Hitze, Peitschenhieben oder Stromschlägen werden ihre Hände malträtiert. Wer die Hand wegzieht, hat verloren.

Die 10 besten deutschen Gaming-Erfindungen

Zum 20-jährigen Bestehen wird nun die Dauerausstellung noch durch eine Sonderausstellung ergänzt. „20 Meilensteine aus Deutschland“ heißt diese. Wie der Titel sagt, werden 20 Errungenschaften im Gamingbereich aus Deutschland gezeigt, einige können angefasst und probiert werden, andere sind hinter Glas gelagert.

So ist etwa der Nürburgring Fahrsimulator perfekt für Rennspiel-Fans. Der Simulator entstand 1975 und ist das erste Rennspiel aus Ego-Perspektive. Ebenso anspielbar ist das 1989 erschienene Turrican, das damals für den C64 erschien, später auch für Amiga. Natürlich dürfen auch bekannte Spiele wie Siedler (1993 von Blue Byte entwickelt, bis heute), Gothic (2001) oder der Landwirtschafts-Simulator nicht fehlen.

Wer mit der U5 nur wenige Minuten fährt, landet am Alexanderplatz. Nach einem kurzen Weg zu Fuß kommt das Rote Rathaus in Sicht. Hier fand am 14. und 15. September 2017 eine Tagung mit dem Titel „Kulturgut Computerspiel…“ statt, um das 20-jährige Bestehen des Computerspielemuseums auch kulturtheoretisch und -praktisch zu begleiten. Der Titel sei dabei eine ganz bewusste Entscheidung, wie Andreas Lange erklärt. „Ein Fragezeichen steht hinter dem Satz schon lange nicht mehr. Die Punkte sollen bedeuten: Wie geht es nun weiter?“

Dazu gesellten sich rasch noch weitere Fragen: Wie sieht die gesellschaftliche Verantwortung von Videospielen aus? Wie können Videospiele archiviert werden, um sie zukünftiger Geschichtsschreibung zugänglich zu machen? Und wie sieht es eigentlich mit Ideologie und Politik in Videospielen aus?

Antworten darauf suchten zahlreiche Gäste aus verschiedenen Fachbereichen und Ländern. Felix Falk, Direktor des BIU, Olaf Zimmermann, Direktor des Deutschen Kulturrates, Prof. Dr. Linda Breitlauch von der Trier Universität oder Prof. Dr. Margarete Jahrmann sind nur ein paar der Gäste, die zum Thema Videospiele und Kultur sprachen.

Zu Beginn der Tagung hat Felix Falk vom BIU außerdem einen Blick in die Zukunft gewagt. Um 30-jährigen Bestehen des Computerspielemuseums wünschte er sich, weitere Meilensteine aus Deutschland zu sehen:
1. Förderung von Spielen auf Bundesebene

2. Große Triple A-Titel aus Deutschland

3. Augmented Reality aus Deutschland

4. Deutschland als einer der führenden Standorte für die Entwicklung von Games

5. Deutsche Computerspielesammlung

Der Weg dahin, das ist auch Felix Falk klar, ist ein weiter.

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