Ob Horizon: Zero Dawn oder Hellblade: Das vergangene Jahr bot zahlreiche Spiele mit weiblichen Protagonisten. Das ändert sich 2018. Kaum eines der bislang angekündigten Spiele schließt sich dem Trend von 2017 an.

Diese Spiele-Highlights erwarten dich 2018:

Spiele 2018: Das sind unsere Most-Wanted-Games
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Hinweis: Dieser Artikel ist ein Meinungsartikel, der den Standpunkt unserer Redakteurin widerspiegelt und nicht zwingend der Meinung der gesamten Redaktion entsprechen muss. Er erhebt keinen Anspruch auf eine universell gültige Wahrheit und deckt sich vielleicht nicht mit deinen eigenen Vorstellungen.

2017 war wegweisend – in mehrere Richtungen. Die Nintendo Switch beweist, dass Couch-Coop immer noch ein großes Ding sein kann. Ninja Theory finanziert ein AA-Spiel ganz ohne Publisher oder Hilfe von der Community. Und zahlreiche Publisher wagen sich verstärkt an weibliche Charaktere, die bisher als wenig kaufkräftig galten. Mit Horizon: Zero Dawn beweist Guerrilla Games, dass das Gegenteil der Fall ist; das Spiel gilt als eines der am besten bewerteten 2017.

Darum war 2017 ein großer Schritt nach vorn

Aloy bleibt aber nicht die einzige weibliche Protagonistin – auch Hellblade und Uncharted: The Lost Legacy lassen dich in die Rolle von Frauen schlüpfen. Nischiger sind NieR: Automata und Gravity Rush 2, die ebenfalls mit starken weiblichen Helden auftrumpfen. Und in Destiny 2 sowie Mass Effect: Andromeda ist dir die Wahl selbst überlassen, welches Geschlecht dein Charakter haben soll.

2018: Ein Jahr (fast) ohne Frauen?

Obwohl die meisten der oben genannten Spiele zumindest unter Kritikern hoch angesehen werden und vor allem Horizon: Zero Dawn auch bei den Spielern gut ankam, scheinen die Entwickler 2018 auf ein anderes Pferd zu setzen. Von den bislang angekündigten Spielen (Nischentitel erst einmal außen vor) haben gerade mal zwei Titel weibliche Protagonisten. Davon sind beide nicht neu, sondern schon etabliert: Lara Croft und Bayonetta bekommen beide eine Fortsetzung.

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Zum Vergleich: Ganze acht Spiele, die bereits angekündigt wurden, haben einen männlichen Protagonisten. Darunter nicht nur altbekannte Gesichter wie Kratos aus God of War oder Wander aus Shadow of the Colossus, sondern auch ganz neue. In A Way Out feiern so Vincent und Leo ihr Videospiel-Debut, Deacon aus Days Gone ist ebenfalls ein neuer Charakter. Ist der Versuch, Frauen nicht nur als Spielerinnen, sondern eben auch als Protagonistinnen zur Normalität werden zu lassen, also gescheitert?

Warum weibliche Protagonisten so wichtig sind

Das wäre schade, sind weibliche Protagonistinnen doch so wichtig für die Videospiel-Welt. Schließlich sind Gamer längst nicht mehr hauptsächlich männlich. Wie die Seite Quantic Foundry, die regelmäßig Studien rund um das Thema Gaming veröffentlichen, herausgefunden hat, sind knapp 20 Prozent aller Gamer weiblich – die Gaming-Studie der Stiftung Digitale Spielekultur spricht sogar auf den deutschen Raum bezogen von 47 Prozent.

Natürlich ist es dem einen Geschlecht nicht untersagt, einen Charakter des jeweils anderen Geschlechts zu übernehmen. Mädchen können sich genauso mit Kratos durch historische Szenarien metzeln, wie ein Junge mit Aloy die postapokalyptische Welt von Horizon erkunden kann. Trotzdem ist ein ausgewogeneres Verhältnis des Geschlechts der Protagonisten wichtig.

Wie Quantic Foundry in einer kürzlich veröffentlichten Studie herausfand, finden 54,9 Prozent aller Gamer weibliche Protagonisten in Spielen wichtig bis sehr wichtig. Vor allem weiblichen Gamer wünschen sich offenbar verstärkt zumindest die Option, einen weiblichen Charakter im Spiel wählen zu können: Ganze 76,3 Prozent der befragten Frauen empfanden dies als wichtiges Feature. Dass 2018 uns offenbar kaum weibliche Protagonistinnen bietet, fühlt sich in dem Kontext wie ein Rückschritt an.

Ein Rückschritt in Hinblick auf die Diversität, zeigte uns 2017 doch, dass Helden nicht Testosteron-geladen, muskelbepackt und durchgängig stark sein müssen – sie können leise und bedacht vorgehen wie Aloy aus Horizon oder Angst haben wie Senua aus Hellblade. Und dass sie Mist bauen wie Chloe in Life is Strange: Before the Storm, ist auch in Ordnung. Vor allem für jüngere Gamer ist das ein tolles Zeichen, denn es sagt aus, dass du so sein kannst, wie du willst.

Auf der nächsten Seite liest du, warum 2018 für Fans weiblicher Protagonistinnen nicht so schlecht wird, wie es scheint.

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