Online-Streik gegen SOPA – Wikipedia schaltet sich für 24 Stunden ab

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Online-Streik gegen SOPA – Wikipedia schaltet sich für 24 Stunden ab

Aus Protest gegen das geplante Anti-Piraterie-Gesetz SOPA (Stop Online Privacy Act) wird die Online-Enzyklopädie am morgigen Mittwoch für 24 Stunden abgeschaltet. Wikipedia wird dafür alle ihre Seiten in englischer Sprache vom Netz nehmen und die regulären Inhalte gegen Informationen über das Gesetz und wie man Mitglieder des US-Repräsentantenhauses erreichen kann austauschen. Wie die Webseite techdirt berichtet hat Eric Cantor, Mehrheitsführer der Republikaner im US-Repräsentantenhaus, mitgeteilt das Gesetz nicht zur Abstimmung vorzuschlagen aber damit ist es noch nicht vom Tisch. Anscheinend will man mit der Einreichung solange warten, bis ein Konsens zustande gekommen ist. Wikipedia-Gründer Jimmy Wales teilt per Twitter mit, dass die geplanten Gesetzesentwürfe SOPA und PIPA noch lange nicht vom Tisch sind und man Washington eine wichtige Botschaft senden muss.

Laut Jimmy Wales war die Abschaltung von Wikipedia eine Entscheidung die von der Community getroffen wurde. Bereits seit Dezember letzten Jahres setzen sich die Nutzer auf der entsprechenden Diskussionsseite mit diesem Thema auseinander. Mit Hilfe der Gesetze sollen vor allem die Rechte der Medienunternehmen geschützt werden. Leider sind die Politiker hierbei ein wenig über das Ziel hinausgeschossen. Sollte die Vorhaben in ihrer jetzigen Form verabschiedet werden, könnten in Zukunft Provider und Serviceanbieter dazu verpflichtet werden nicht nur die entsprechenden Inhalte aus dem Index einer Suchmaschine zu entfernen, sondern auch komplette Webangebote zu sperren. Entsprechend könnten auch Zahlungen an die betroffenen Webseiten eingefroren werden. Darin sehen viele Menschen eine erhebliche Gefahr für das weltweite Internet und die Meinungsfreiheit.

Ähnliche Aktionen haben auch andere Webseiten wie Reddit.com geplant. Stop Online Piracy Act (SOPA) als auch Protect IP Act (PIPA) sind in ihrer jetzigen Form eine Gefahr für das Internet als Zensurmittel missbraucht zu werden. Bisher hat man auf die anhaltende Kritik nur zögerlich reagiert, in dem man die umstrittenen DNS-Sperren nun aus dem Gesetzesentwurf entfernen möchte. In wie weit auch andere strittige Passagen geändert oder besser noch entfernt werden, steht noch nicht fest. . Es bleibt abzuwarten, welche Wirkung die geplanten Proteste auf die Politiker haben werden.


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