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Mit dem Turban auf Streife
 
Freitag 10.03.06

Mit dem Turban auf Streife

(Stefan M.) Das ist neu in Schweden – die Polizisten haben hier seit gestrigem Donnerstag die Möglichkeit, ihre Dienstkleidung um lang umstrittene Kleidungsstücke zu ergänzen: Kopftuch, Turban, Kippa. Wiederholt hatten Menschenrechtsgruppen gegen das entsprechende Verbot protestiert, bezeichneten die vorgeschriebene und einschränkende Wahl der polizeilichen Kopfbedeckung als diskriminierend. Damit ist nun Schluss, Stockholm schickt seine Ordnungshüter ab sofort mit Turban auf Streife.
Neu ist diese Regelung allein in Schweden, denn britischen Polizeibeamten und -beamtinnen ist es bereits seit rund zwei Jahren erlaubt, ihrer Religion entsprechende Kopfbedeckungen zu tragen. "Im Falle von Einsätzen", zitiert der "Standard" die Chefin der Rekrutierungsabteilung der schwedischen Polizei, "wo den Beamten aus Sicherheitsgründen das Tragen von Visierhelmen vorgeschrieben ist, muss sich der Beamte entscheiden, ob er den Helm aufsetzt".

Uneiniges Europa zwischen Verbot und Erlass

Das Tragen des islamischen Kopftuches wird in Europa über unterschiedliche Regelungen gehandhabt. Während Österreich als eines der liberalsten europäischen Länder gilt und Schülern wie Lehrern, Beamten wie Ärzten – ausgenommen Polizisten und Richter – die freie Wahl der Kopfbedeckung zugesteht, pflegt Frankreich ein strenges Verhältnis zur Problematik. Hier beschloss das Parlament ein grundsätzliches Kopftuchverbot an öffentlichen Schulen und Spitälern.

Ausführlich nun diskutierte die Bundesrepublik ein solches Verbot, bis das Bundesverfassungsgericht schließlich im September 2003 die Entscheidung an die Bundesländer übertrug. So endete etwa Berlin in dem Beschluss, alle religiösen Symbole in Schulen zu untersagen. Auch die schleswig-holsteinische SPD erwägt derzeit, im Gegensatz zur CDU, in dem neuen Schulgesetz alle religiösen Symbole zu verbieten, nicht nur das Kopftuch.

Wie beurteilt Ihr die andauernde Diskussion um das Tragen oder Nicht-Tragen des Kopftuches? Sollte eine einheitliche Regelung für Deutschland, gar für Europa geschaffen werden? Wie sollten sich Bürger zwischen der eigenen Religionsfreiheit und der staatlichen religiösen Neutralitätspflicht positionieren? Schreibt Eure Meinung hier in den COMMENTS-Bereich!
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KOMMENTARE
 
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Gast - - 10.03.06, 16:07
Zur Integration gehören auch kleine Dinge, aber religiöse Symbole für Beamte zu zulassen ist übertrieben. In einer Zeit in der Religion wieder verstärkt als Vorwand für Gewalt genutzt wir, sollte man sich davon als Staat, insbesondere von den Symbolen distanzieren.
Und die Regelung das der Beamtete entscheiden darf ob Helm oder religiöse Kopfbedeckung ist einfach nur blödsinnig. Dabei wird die Religion zu sehr in den Vordergrund gerückt und stellt auch den Gedanken der Integration infrage.
Schließlich muss der Staat sich ja um seine Beamten und deren Schutz bemühen, das da die Religion darüber steht hat nichts mit Integration zu tun.
Und der Glaube an den gesunden Menschenverstand, ist keine sehr zuverlässiger Schutz.
 
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14.03.06
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