Neue TV-Serien 2013: Die wichtigsten Serien in der Jahresvorschau

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Ein Hoch auf die TV-Serie! Fernsehen macht dank „A Game of Thrones“, „Breaking Bad“, „Homeland“ oder „Louie“ endlich wieder Spaß und das soll bitte auch so bleiben. Ob das kulturelle Comeback der Fernsehserie auch dieses Jahr noch weiter anhält, hängt nicht allein von den neuen Staffeln unserer Lieblingsserien ab, sondern auch von den Neustartern. Von denen gibt es 2013 etliche. In der kommenden Fernsehlandschaft stehen bemerkenswert viele Irre und Nackte herum. Das Serienjahr 2013 will das TV-Abendland offenbar in jeder Menge Blut und Sperma versenken. Wir haben uns das mal genauer angesehen. Hier sind die wichtigsten TV-Serien 2013 in der Jahresvorschau.

Neue TV-Serien 2013: Die wichtigsten Serien in der Jahresvorschau

The Americans

Gut und Böse – wer will das heute noch sehen? Wenn selbst das Fantasy-Genre, die letzte Bastion der Schwarz-Weiß-Malerei, den differenzierenden Horden der Postmoderne nicht länger Einhalt zu gebieten vermag (Hallo „A Game of Thrones“), dann offenbar keine Sau. Auch „The Americans“ verabschiedet sich von der einseitigen Erzählung. Als Zuschauer sympathisieren wir mit zwei KGB-Schläfern, die in den 80er Jahren unter dem Deckmantel einer amerikanischen Durchschnittsfamilie nach Staatsgeheimnissen spionieren. Die ersten Folgen sind vielversprechend: „The Americans“ kann Spannung erzeugen, ist schön ausgestattet und ist mit den beiden Hauptdarstellern Keri Russell und Matthew Rhys bestens aufgestellt. „Homeland“ im Kalten Krieg, warum nicht.

House of Cards

David Fincher macht Fernsehen. Dass sich zahlreiche renommierte Regisseure plötzlich in Scharen auf den guten, alten TV-Bildschirm stürzen, hat nicht nur mit den künstlerischen und produktionstechnischen Freiheiten des zuvor jahrelang verschmähten Mediums zu tun. Die einfachste Erklärung für die Neuorientierung: Sperrige und komplexe Themen wie „House of Cards“ haben plötzlich ein Millionenpublikum. In diesem Fall versammelten sich die Serienanhänger online auf Netflix. Nur hier war die mit Kritikerlob überschüttete Politikserie zu sehen. Und zwar alle dreizehn Folgen der ersten Staffel auf einmal. In Deutschland läuft „House of Cards“ vorerst nur auf Sky Atlantic. Das Einschalten lohnt sich unbedingt.

The Following

Soll sehr gut sein. Das verwundert jedoch, denn weder der Trailer noch die Prämisse der neuen US-Serie lassen das Ding wirklich abheben. Während die Grundidee – kultistisch verehrter Serienkiller befiehlt seiner Internetgefolgschaft für ihn blutige Taten zu begehen – schon nach bodenlosen Logiklöchern riecht, mögen auch die ersten Bewegtbilder mit ihren ausgelutschten Charakterschablonen (Ex-Cop mit bewegter Vergangenheit, schnarch) nich so wirklich überzeugen. Wenn sich zudem selbst die amerikanischen Medien über die zynische Gewaltdarstellung in „The Following“ eschofieren, dann liegt hier was im Argen. Abwarten. In Deutschland hat sich RTL die Rechte gesichert – auch das spricht nicht wirklich für „The Following“.

The Carrie Diaries

So wie “Sex and the City“, nur halt auf die Retroschiene entgleist, spielt in den 80ern, mit Teenagern. Ganz im Ernst:  „The Carrie Diaries“ ist genau das! Es ist das Prequel zur „Sex and the City“ Hauptfigur Carrie Bradshaw, wie sie aus der amerikanischen Provinz in die große Weltmetropole zieht und dort ihr Glück sucht, lalalalala....langweilig. Nichts gegen die Kultwerte des Originals, aber das hier wird nicht nur extrem uninteressant, sondern auch ein Mega-Flop! Versprochen.

Defiance

Yeah, endlich was für uns Sci-Fi-Nerds. Von Grant Bowler, Julie Benz oder Tony Curran habe ich zwar noch nie etwas gehört, aber hey, es geht um Aliens und fette Spezialeffekte. Die Grundidee ist auch gar nicht mal so schlecht. In einer nahen Zukunft suchen ausserirdische Wesen mit Migrationshintergrund (Heimatplanet, Supernova, boom!) auf der Erde Zuflucht und das sorgt natürlich für allerhand Konflikte. Wer jetzt an „District 9“ denkt, der erwartet vielleicht vom Syfy-Sender etwas zu viel. Dafür gibt es ein Spiel zur Serie, dass sogar in die Handlung mit eingewoben wird. Allerdings erst nach Staffel eins. Ob es „Defiance“ dann noch gibt, wird sich zeigen.

The Masters of Sex

Es geht um die Pionierarbeit der frühen Sexualwissenschaftler und deren Einfluss auf die sogenannte „Sexuelle Revolution“ in den 60er Jahren. Wer „Kinsey“ mit Liam Neeson gesehen hat, weiß schon, wohin der Mini-Rock weht. Regisseur und Autor William Condon war seinerzeit schon für den Film verantwortlich und verlängert das Thema jetzt also auf Serienformat. Visuell werden die „Mad Men“ angesteuert, ob es inhaltlich mehr als pikante Herrenwitzchen zu betrachten gibt oder uns gar eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema bevorsteht, ist aktuell noch zu offen. Dem Sender Showtime ist ein Erfolg allemal zuzutrauen.

 

Bates Motel

Fail. Bei aller Hitchcock-Liebe, aber was soll denn das bitte? Die Vorgeschichte des weltberühmten Muttersöhnchens Norman Bates aus „Psycho“ als TV-Serie zu erzählen, scheint ein genuin unnötiges Unterfangen. Gerne lasse ich mich vom Gegenteil überzeugen, aber das hier sieht aus wie ein Trommelwirbel ohne Tusch. Produktionswerte und Schauspielerriege sind allerdings wirklich in Ordnung.

Hannibal

Schon wieder Serienmörder? Jep, allerdings geht es dieses Mal nicht um irgendeinen dahergelaufenen Strauchdieb mit einem rostigen Klappmesser, es geht um den Killer schlechthin. Hannibal Lecter. „Das Schweigen der Lämmer“ hat uns die abgestandene Blutsuppe überhaupt erst eingebrockt und eine nicht enden wollende Ära schlechter Crime-Serien beschert. Ob es sich bei „Hannibal“ um eine der ganz seltenen, positiven Ausnahmen („Dexter“, „The Killing“) der Crime-is-Kot-Regel handelt, oder ob Lecters Chianti korkt, wird sich erst im Sommer zeigen. Mit Mads Mikkelsen als Lecter hat man zumindest schon mal ein gutes Händchen beim Casting bewiesen. Bin gespannt.

Zero Hour

Dr. Greeeeeen! Nachdem Anthony Edwards im “Emergency Room“ zahlreiche Leben und unseren Glauben an das Gute im Menschen gerettet hat, bricht er nun zu neuen Abenteuern auf. Es geht um irgendwelche Uhren, uralte Geheimgesellschaften und ...ehhhh Nazis? Wtf! Um ehrlich zu sein, „Zero Hour“ scheint gigantischer Quatsch zu sein. Aber Quatsch kann ja bekanntlich recht unterhaltsam sein, also geben wir „Zero Hour“ zumindest eine Chance. Leider ist Paul Scheuring  Hauptverantwortlicher hinter der „Zero Hour“ und der hatte „Prison Break“ zuletzt zur Farce verkommen lassen. Wir glauben zumindest an Dr. Green.

Do No Harm

“A brilliant neurosurgeon who has to battle his own alter-ego so that he can live a normal life.“ Dr. Jekyll und Mr. Hyde – die Krankenhausserie, neee Leute, ohne mich! Hier ist die Cast, mehr schreibe ich dazu nicht: Steven Pasquale, Alana de la Garza, Ruta Gedmintas, Phylicia Rashad,  Michael Esper, John Carroll Lynch.

Ray Donovan

Liev Schreiber ist unterschätzt. Der US-Schauspieler hat immer mal wieder durchblicken lassen, das da noch mehr geht. Jetzt bekommt er mit „Ray Donovan“ seine eigene TV-Serie und die sieht vielversprechend aus. Die verantwortliche Ann Biderman hat zuletzt mit „Southland“ viel Zuspruch erfahren und war schon in den 90er Jahren bei „NYPD Blue“ dabei. Was uns die Serie über den in Hollywood tätigen Problemlöser „Ray Donovan“ erzählen will, ist nicht ganz klar. Sieht aus wie eine Mischung aus Elmore Leonard  und Tarantino. Gibt schlimmeres!

Weitere Themen: Madeleine Fairley, Peter Dinklage, Nikolaj Coster-Waldau, LENA HEADEY, Sean Bean


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