Dead Space: Aftermath“ ist eine reine Fan-Angelegenheit, die den Abschlachtplatten der Games einen inhaltlichen Rahmen verpasst. Dieses Anime hier spielt drei Wochen nach „Dead Space: Downfall“ und lässt die wenigen Überlebenden in Rückblenden eine tiefrote Mär von einem bösartigen Alien-Artefakt erzählen. Wer noch lebt, wird dadurch zu einem psychopathischen Mörder, wer bereits tot ist, kehrt als hungriger Zombie zurück.

Es ist grundsätzlich von Vorteil, wenn ein Film mit Bildern herumfliegender Körperteile beginnt. „Dead Space: Aftermath“ setzt einen düsteren Tonfall an, der dann allerdings rasch mit furchtbar käsigen Dialogen, leidlich originellen „Event Horizon“-/ „Alien“-Versatzstücken und eher schlichter Animation konfrontiert wird. Seien es die in 2D gehaltenen Flashbacks oder der CGI-haltige Rest, kantiges TV-Niveau wird hier nur selten überschritten.

Der Rettungsanker des Films sind die satten Splatterszenen, inklusive schleimigem Tentakeleinsatz, die dem generischen Treiben erfreulich viel Rot spendieren und damit auch von der mitunter befremdlichen grafischen und inhaltlichen Gestaltung ablenken. Die Flashback-Struktur entlarvt nämlich nicht nur vorab, welche Charaktere überleben, sondern ermöglicht auch eine „Rashomon“-artige Auffaserung der Geschichte, die von unterschiedlichen Animationsstilen begleitet wird. Und damit bewirkt, dass verschiedene Charaktere auf einmal ihre Erscheinung ändern.

Fazit
„Dead Space“: Aftermath“ richtet sich ausschließlich an die Zocker der „Dead Space“-Spiele, die hier ein inhaltliches Bett für platzende Gehirne erhalten. Wenn man gewillt ist, seine Filmration auf Splatter und eine düstere Atmosphäre mit Weltall-Panorama zu begrenzen, dürfte dieses Anime ausreichend Appetit auf die nächste Runde interaktive Pixel-Tötungen machen. Für alle anderen jedoch bleibt nur eine animierte Einbahnstraße zwischen inhaltlichen Déjà-Vus und faltenfreien TV-Gesichtern. Im Weltraum hört dich niemand schreien, selbst wenn dein Raumschiff USG O'Bannon heißt.

Wertung: 5/10

Regie: Mike Disa
USA/2011
Bild: 2.40:1 (16:9)
Ton: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
Extras: Trailer
Start: 27.1.2012
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