Der Hobbit - billige TV-Optik entgeistert Zuschauer

Alexander Brenner
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Mit dem im Dezember startenden „Der Hobbit“ möchte Regisseur Peter Jackson nicht nur die Vorgeschichte der „“ Trilogie erzählen, sondern auch die Kino-Technik revolutionieren. Erste Testvorführungen enttäuschen allerdings das Publikum. Statt atmosphärischer Fantasy-Action soll mit der neuen 48FPS Technik vor allem ein steriles Fernsehbild entstehen, das einige Zuschauer schmerzhaft an TV-Seifenopern erinnert.

Der Hobbit - billige TV-Optik entgeistert Zuschauer

Regisseur Peter Jackson nutzte die in Las Vegas veranstaltete CinemaCon, um 10 Minuten seines neuen Films „Der Hobbit“ einem versierten Filmpublikum zu zeigen. Dabei war für viele Zuschauer vor allem die neue 3D-Technik interessant. Denn Jackson arbeitet mit Auflösung von 4K und einer Bildrate von 48FPS, was 3D-Filmen einen weicheren und augenschonenderen Look geben soll. Durch die Verdopplung der üblichen Bildrate von 24FPS, die in Hollywood seit über 80 Jahren das Maß der Dinge ist sollen auch Nebeneffekte wie Kopfschmerzen bei 3D-Zuschauern reduziert werden. So richtig überzeugen konnte die Technik allerdings nicht. Viele Zuschauer kritisierten eine sterile und farbintensive Optik, die sie an Fernsehproduktionen erinnert.

Besitzer von modernen Flachbildschirmen und Blu-ray Playern kennen den Effekt bereits. Denn obwohl die Filme auf den Blu-rays in 24p vorliegen, bieten einige Fernseher an, das Filmbild via „TruMotion“ oder ähnlichen Techniken auf 100 oder 200 Hertz hochzurechnen. Statt 24 Bilder in der Sekunde werden also 100 oder 200 Bilder angezeigt, wobei die TV-Hardware die fehlenden Bilder einfach dazu berechnet. Dieses Verfahren soll zwar Bildruckeln vermeiden, führt aber zu einem ungewohnt glatten Video-Bild, das oft den Eindruck erweckt, der Film wäre mit einer handelsüblichen Digitalkamera aufgenommen. So wirken Blockbuster wie „” plötzlich wie ein Heimvideo vom letzten Strandurlaub. Mit Piraten. Und Untoten. Was für ein großen Einfluss die Wahl der Bildrate auf das fertige Produkt hat, kann man schnell an Michael Manns Remake von „“ aus dem Jahre 2006 betrachten, das statt mit Filmkameras komplett mit Digitalkameras gedreht wurde und daher ebenfalls in TV-Serien Optik daher kommt.

Doch auch wenn erste 10-Minuten Vorführungen des Hobbits nicht alle Zuschauer begeistern konnten, geht der Trend im Kino deutlich in Richtung 3D und hohe Bildraten. Für „Avatar 2“ arbeitet James Cameron sogar mit Kameras, die 60 Bilder in der Sekunde aufnehmen.

Regie bei “Der Hobbit“ führt Peter Jackson, die Hauptrollen spielen Martin Freeman, Ian McKellen, Andy Serkis, Hugo Weaving, Cate Blanchett, Christopher Lee, Ian Holm, Elijah Wood und Orlando Bloom. Der erste Teil, betitelt “Eine unerwartete Reise“, wird bei uns am 13. Dezember 2012 starten, Film Nummer 2, “Hin und zurück“, folgt dann ein Jahr später.

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