“Der Hobbit” kommt in drei Teilen: Wird Peter Jackson der neue George Lucas?

Worüber Regisseur Peter Jackson schon laut nachgedacht hatte, ist nun bestätigt: “Der Hobbit” wird in drei abendfüllende Filme unterteilt. Angeblich für die Fans und wegen der Fülle des Materials. So froh man ist, neues Altes aus Mittelerde zu sehen – tut mir leid, das ist reine Geldschneiderei.

“Der Hobbit” kommt in drei Teilen: Wird Peter Jackson der neue George Lucas?

Wie der Hollywood Reporter und daraufhin auch CBS und Spiegel berichten, ist die Aufteilung in drei Teile definitiv. Der dritte Film soll dann im Sommer 2014 folgen. In einem Statement (das aber offenbar noch nirgendwo im Netz steht) soll Peter Jackson übereinstimmend mit den Produktionsfirmen New Line, MGM und Warner Bros. die Aufteilung in eine Trilogie verkünden. Dort heißt es laut HR:

“We recognized that the richness of the story of The Hobbit, as well as some of the related material in the appendices of The Lord of the Rings, gave rise to a simple question: Do we tell more of the tale? And the answer from our perspective as filmmakers and fans was an unreserved ‘yes.’ (…) We know creatively how compelling and engaging the story can be, and — lastly, and most importantly — we know how much of the tale of Bilbo Baggins, the Dwarves of Erebor, the rise of the Necromancer, and the Battle of Dol Guldur would remain untold if we did not fully realize this complex and wonderful adventure.”

Effekte statt Sinn

Die Rechtfertigung über den Wunsch der Fans hin oder her – das Ganze ist Teil einer Entwicklung, die in Hollywood seit Jahren grassiert: Effekte vor Sinn, Technikbegeisterung vor Atmosphäre. Und das schreibe ich nicht nur, weil ich vorgestern The Dark Knight Rises gesehen habe. Und natürlich geht es auch ums Geld. Da kann, nein, muss man natürlich George Lucas erwähnen, mit den frühen Episoden und den zahllosen Umarbeitungen der Star-Wars-Filme. Da kann man Transformers nennen, viele Superhelden-Streifen. Hier verwechseln Leute die neueste Film-Technik mit guten Filmen.

Und die Gefahr droht auch Peter Jackson: Der Hobbit kommt (natürlich) in 3D und wird mit einer doppelten Framerate (48fps) ausgespielt, die realistischer sein soll – in einem ersten Screening aber vielen eher billig und wie Fernsehen erschien. Und wir erinnern uns: Die großartigen Herr-der-Ringe-Filme beruhten auf drei ausgiebigen Romanen, die in ihren mystischen Nebengeschichten kaum auf die Leinwand zu bringen waren. Der Hobbit dagegen basiert auf einem recht dünnen Band, und der wird jetzt für die Filme irgendwie angereichert und ausgebaut. Am Ende steht da vielleicht eine über drei überlange Filme gezogene dünne Geschichte, die mit viel Effekten und scheinbarer Epik aufgeblasen wird. So sehr ich Peter Jacksons Ringe-Verfilmungen schätze, so groß ist der Ärger, dass der “Hobbit” nur heiße Luft werden könnte, für die man dreimal Eintritt zahlt (und für die DVDs nochmal). Und dass man aufs Ende jetzt noch ein halbes Jahr länger warten muss.

Weitere Themen: Der Hobbit 3: Die Schlacht der Fünf Heere, Peter Jackson, Martin Freeman, Christopher Lee, Peter Jackson

Neue Artikel von GIGA FILM

GIGA Marktplatz