Der Hobbit Vorschau – Warum der Hobbit fast nie entstanden wäre

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Der Legende nach musste Peter Jackson gleich mehrmals bei New Line Cinema antreten, um seine Vision zu verkaufen. Dieser kleine, bärtige, ausgesprochen beleibte Mann, geboren in einem Land, dass 70% aller Amerikaner wahrscheinlich nie auf der Landkarte finden würden, hatte gerade einmal sechs Filme vorzuweisen. Zwei davon waren bitterböse Splatter-Trashgranaten, sein Meisterstück “Braindead” ertrinkt geradezu in Blut. Und so einer soll die größte Fantasy-Geschichte aller Zeiten auf die Leinwand hieven?

Der Hobbit Vorschau – Warum der Hobbit fast nie entstanden wäre

Sechs Jahre, drei Filme, ebenso viele Extended-Versionen, vier Milliarden Dollar Einspielergebnis, 17 Oscars und unzählige erste Plätze verschiedenster All-Time-Bestenlisten später, zeigt sich – er kann. Und er hat. “Der Herr der Ringe” entfaltete sich über drei Jahre hinweg zum Mega-Happening im Weihnachtsgeschäft, zählt seither zu den größten Trilogien aller Zeiten und machte Peter Jackson zu einem der einflussreichsten Regisseure aller Zeiten.

Verwunderlich also, dass Jackson die Rufe der Fans nach einer Fortsetzung immer unerhört ließ. Material gab es schließlich. Zu den Hinterlassenschaften J.R.R. Tolkiens gehört neben dessen Ring-Saga auch „Der kleine Hobbit“. Doch Jackson wollte nicht. „Ich werde nicht mehr nach Mittelerde zurückkehren“, kündigte er kurz nach dem Oscar-Durchmarsch von „Die Rückkehr des Königs“ an. Sein Manager wurde später sogar mit den Worten zitiert: „Dass Peter als Regisseur bei ‚Der Hobbit‘ mitwirkt, ist absolut ausgeschlossen.“

Absolut. Zumindest fast absolut. Oder auch einfach gar nicht. Wie man in mittlerweile vier Production-Dokus entnehmen kann, wimmelt es in und um den Sets von Neuseeland nur so vor kleinen und großen Elfen, Zwergen, Zauberern, emsigen WETA-Digital-Magiern, Stuntleuten, hinten im Eck sitzt Andy Serkis vor einem Monitor – der Gollum-Darsteller gibt dieses Mal gleich noch den Second-Unit-Regisseur. Die Nummer eins an Bord sieht man ebenfalls: Peter Jackson. Wieder etwas fülliger, aber immer noch sichtlich mit großer Freude am Material erfüllt.

Bis hierhin gestaltete sich die Reise von „Der Hobbit“ allerdings mehr als turbulent. Denn natürlich ließen sich Warner und New Line Cinema trotz Jacksons Absage die Chance auf weitere Milliarden-Ergebnisse nicht nehmen. Das Problem jedoch: Man besaß zwar die Rechte an Tolkiens Ring-Saga, jedoch nicht am „kleinen Hobbit“. Die sicherte sich Jahre zuvor der immer wieder strauchelnde Studio-Gigant MGM.

MGM hatte sich über die Jahre hinweg durch Missmanagement und erfolglose Produktionen an den Rand der Existenz gespielt. Der einst so stolze Löwe im Firmenlogo erschien mittlerweile maximal als zahmes Kätzchen. Als Warner Bros. kurz nach der Jahrtausendwende an die Tür klopfte und um die „Hobbit“-Rechte bat, klammerte sich MGM logischerweise an die potentielle Goldgrube. Allerdings: einen eigenen Film zu stemmen, dazu war das marode Unternehmen längst nicht mehr fähig, eigene Filmstudios unterhält MGM bereits seit den frühen Neunzigern nicht mehr. Nach erfolglosen Versuchen, MGM bzw. deren Filmbibliothek (und damit auch den Hobbit) aufzukaufen, einigte sich Warner mit den Studiobossen: „Der Hobbit“ kommt, als Gemeinschaftsprojekt. Am 18. Dezember 2007 gab es das erste Mal grünes Licht für das wohl meisterwartete Filmprojekt des neuen Jahrtausends.

Es blieb die Frage: Wer macht's? Heiß gehandelt wurden viele. Sam Raimi („Spider-Man“) galt als ganz heißer Kandidat; unterschrieb dann aber bei einem anderen großen Fantasyepos („World of Warcraft“). Jacksons Protegé Neill Bloomkamp oder David Yates standen kurz im Raum, erwählt wurde letztlich ein anderer. Im Frühjahr 2008 gibt Jackson persönlich bekannt, dass der Spanier Guillermo del Toro die Regie übernehmen und er selbst zumindest den Posten des Produzenten übernehmen wurde.

Und ganz Kinohausen war glücklich. Del Toro erschien als einzig mögliche, zumindest aber sehr richtige Wahl. Mit „Hellboy“, „Blade 2“ und Pans Labyrinth“ las sich dessen „Track-Record“ wie ein niedergeschriebener feuchter Traum für Fantasyfans. Doch im Hintergrund bröckelte die nach außen heile Fassade gewaltig. MGM näherte sich einem Totalkollaps, musste laufende Projekte immer weiter verschieben. Ein Jahr später, im Sommer 2009, wartete die Welt auf die Comic-Con in San Diego. Jackson und Del Toro sollten kommen, man erhoffte sich die Bekanntgabe des Hauptdarstellers. Der kleine Hobbit, Bilbo Beutlin, hatte bis dato noch keinen Darsteller gefunden.

Weitere Themen: Peter Jackson, Christopher Lee, Martin Freeman, Christopher Lee, Peter Jackson


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