PETA ruft zum Boykott vom “Hobbit” auf – Peter Jackson weist Vorwürfe zurück

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Beim Filmdreh vom “Hobbit” sollen mehr als 20 Tiere unter schlechten Haltungsbedingungen gestorben sein. Die Tierrechtsorganisation PETA macht gegen den Film von Peter Jackson mobil und ruft zum Boykott auf. Der Regisseur weist die Vorwürfe in einem Statement zurück.

PETA ruft zum Boykott vom “Hobbit” auf – Peter Jackson weist Vorwürfe zurück

Schon im vergangenen Jahr waren zwei Tierpfleger des Filmteams in die Öffentlichkeit getreten und hatten von schlechten Bedingungen und dem Tod von mehr als 20 Tieren berichtet – darunter drei Pferde, sechs Schafe, Ziegen und Hühner. Rund eine Woche vor der Weltpremiere des “Hobbits” werden die Vorwürfe mit Unterstützung der PETA erneut vorgetragen. Gestern ging ein Bericht an die Presseagentur Associated Press, der von “Todesfallen” auf dem Bauernhofgelände des Filmdrehs spricht.

Die Tierrechts-Organisation beruft sich auf der Seite The Hobbit: An Unexpected Cruelty auf zwei “Whistleblower” aus den Reihen der Filmproduktion. Angeblich soll ein Pferd von anderen zu Tode getrampelt worden sein, eines starb aufgrund des neuen Futters, und eins stürzte von einer Böschung auf der Koppel. Ein Reittier namens Shanghai sei über mehrere Stunden an allen Beinen festgebunden worden sein, was gegen die Bestimmungen der American Humane Association (AHA) verstoße.

Und das ist ein weiteres Fragezeichen in der Geschichte: Die AHA überwachte nämlich die Filmaufnahmen, fand aber offenbar nichts Anstößiges. Die PETA ruft jedenfalls zu Protesten gegen den “Hobbit” auf und bittet Tierfreunde, E-Mails an Peter Jackson zu schreiben, dass er sich zu mehr Tierschutz verpflichte.

Peter Jackson “bedauert” die PETA-Vorwürfe

Sowohl der Regisseur als auch sein Produzententeam meldeten sich daraufhin ebenfalls zu Wort. In seinem Statement auf Facebook weist Jackson die Vorwürfe komplett zurück. Er zitiert den Besitzer von Shanghai, der keine Misshandlung feststellen konnte, die zuständige Tierärztin, den Besitzer der Farm und sogar den Schauspieler Jed Brophy (Nori).

Jackson: “Die einzigen Pferdepfleger, deren Umgang mit den Pferden unter den Standard der Produktion fielen, scheinen die beiden zu sein, die sich entschlossen haben, ihre Vorwürfe kurz vor der Premiere des ersten Hobbit-Films zu wiederholen, und die vor über einem Jahr entlassen wurden.”

Gegenüber dem Hollywood Reporter gab ein Sprecher von Jackson zu Protokoll, “Hunderte von Tausend Dollar” seien ausgegeben worden, um die Unterbringung der Tiere Anfang 2011 zu verbessern. 55 Prozent aller Tieraufnahmen im Hobbit seien zudem computergeneriert – das umfasse Pferde und Ponys genau wie Igel, Kaninchen, Elche, Wildschweine oder Wölfe (auch oben im Trailer zu sehen).

Es wäre nicht das erste Mal, dass die PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) mit aufsehenerregenden Aktionen und Vorwürfen auf Tierrechte aufmerksam macht (von Angriffen auf Games wie Super Mario für den Tanooki-Anzug oder Cooking Mama bis “Lieber nackt als im Pelz“). Auch wenn der Einzelfall hier schwer geprüft werden kann, geht es der Organisation eher darum, eine große Öffentlichkeit zu erreichen.

Weitere Themen: Peter Jackson, Martin Freeman, Christopher Lee, Peter Jackson


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